Verhandlungen in Hessen Schwarz-Grün einigt sich beim Streitthema Fluglärm

Bei den Koalitionsgesprächen in Hessen haben sich CDU und Grüne in einem wichtigen Punkt verständigt: Morgens und nachts sollen einzelne Start- und Landebahnen am Frankfurter Flughafen abwechselnd benutzt werden, um Anwohner zu schonen.
Flughafen Frankfurt: "Regelmäßige Lärmpausen von sieben Stunden"

Flughafen Frankfurt: "Regelmäßige Lärmpausen von sieben Stunden"

Foto: © Alex Domanski / Reuters/ REUTERS

Schlangenbad - Die schwarz-grünen Koalitionsverhandlungen in Hessen haben eine große Hürde genommen. Beide Parteien haben sich auf einen Kompromiss beim Fluglärm am Frankfurter Flughafen geeinigt. Das teilten der Grünen-Politiker Kai Klose und Hessens CDU-Generalsekretär Peter Beuth am Freitag in Schlangenbad bei Wiesbaden mit.

Demnach soll unter anderem der Bau des geplanten dritten Terminals am Frankfurter Flughafen auf den Prüfstand gestellt werden. Am späten Abend und am frühen Morgen sollen zudem einzelne Start- und Landebahnen abwechselnd benutzt werden, um die Anwohner zu entlasten. "Es soll zu regelmäßigen Lärmpausen von sieben Stunden in der Nacht kommen", sagte Klose. "Wir wollen alles ausschöpfen, was ökonomisch vertretbar ist", so Beuth.

Auf die Frage, ob damit das derzeit gültige Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr ausgeweitet werde, antwortete Beuth, dass man im Dialog mit dem Flughafenbetreiber Fraport und der Deutschen Flugsicherung (DFS) stehe. Sollten die sieben Stunden Lärmpause nicht erreicht werden, behalte sich Schwarz-Grün eine Änderung der Betriebsgenehmigung vor.

2015 sollte Bau von Terminal 3 beginnen

Der Betreiber Fraport   und die Lufthansa   als größte Airline am Flughafen hatten sich vehement gegen eine Ausweitung der Ruhezeiten gestemmt. Sie sehen die Drehkreuz-Funktion von Frankfurt in Gefahr. Viele andere internationale Flughäfen, besonders in den Emiraten, können rund um die Uhr betrieben werden - ein Vorteil für die ärgsten Konkurrenten der Lufthansa.

Auch niedrigere Lärm-Obergrenzen sollen für den größten deutschen Flughafen gefunden werden. Auf diese Eckpunkte hatten sich beide Parteien bereits in ihren Sondierungsverhandlungen geeinigt. Nun sollen sie Eingang in den Koalitionsvertrag finden.

Fraport hatte Mitte September den Bauantrag für den ersten Abschnitt eines dritten Terminals eingereicht. 2015 sollen die Arbeiten beginnen. Ab 2021 könnten 24 Flugzeug-Brücken für weitere 14 Millionen Passagiere bereitstehen.

Start- und Landebahnen in Frankfurt: Sollen am späten Abend und frühen Morgen abwechselnd benutzt werden

Start- und Landebahnen in Frankfurt: Sollen am späten Abend und frühen Morgen abwechselnd benutzt werden

Foto: ? Johannes Eisele / Reuters/ REUTERS
syd/dpa
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