Umfrage Grüne setzen Höhenflug in Hessen fort

Bei der Wahl in Bayern wurden die Grünen zweitstärkste Kraft, gelingt ihnen das auch in Hessen? In einer neuen Umfrage kommt die Ökopartei auf erstaunliche 22 Prozent - CDU und SPD müssen mit deutlichen Verlusten rechnen.
Tarek Al-Wazir

Tarek Al-Wazir

Foto: imago/ Jan Huebner

Die Grünen hoffen, dass sich ihr Höhenflug auch bei der Landtagswahl in Hessen fortsetzt. Zumindest scheint die Partei von Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir von der Stimmung nach der Bayernwahl zu profitieren. Im neuen ZDF-"Politbarometer"  kommen die Grünen auf 22 Prozent. Die CDU mit Ministerpräsident Volker Bouffier liegt nur noch bei 26 Prozent und die SPD mit ihrem Kandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel kommt auf 20 Prozent.

Die AfD würde laut der Umfrage in Hessen zwölf Prozent bekommen und damit erstmals auch in den hessischen Landtag einziehen. Linkspartei und FDP liegen demnach jeweils bei acht Prozent.

In Hessen wird am 28. Oktober ein neuer Landtag gewählt. In Wiesbaden regiert seit fünf Jahren eine schwarz-grüne Landesregierung. Nach den Umfragewerten des "Politbarometers" sind in Hessen ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP, eine grün-rot-rote und eine grün-rot-gelbe Koalition möglich. Ein Bündnis von CDU und SPD hätte dagegen keine Mehrheit.

Bei der Landtagswahl 2013 war die CDU auf 38,3 Prozent gekommen, die SPD auf 30,7 Prozent, die Grünen auf 11,1 Prozent, die Linke auf 5,2 Prozent, die FDP auf 5,0 Prozent, die AfD auf 4,1 Prozent und die anderen Parteien zusammen auf 5,6 Prozent. Ein Vergleich mit dem Landtagswahlergebnis 2013 muss aber berücksichtigen, dass 2013 die Landtagswahl gleichzeitig mit der Bundestagswahl stattgefunden hat, was damals einen starken Bundeseinfluss auf das Landesergebnis zur Folge hatte.

Die Grünen in Hessen haben in den Umfragen seit dem Sommer kontinuierlich zugelegt. Allerdings dürften ihre aktuellen Werte nun wesentlich vom Erfolg der Parteifreunde in Bayern geprägt sein. In der vergangenen Woche lagen die Grünen in einer Civey-Umfrage der "Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen" (HNA)  noch bei rund 18 Prozent, die CDU kam auf 28,5 Prozent, die SPD auf knapp 25 Prozent. Die Auswirkungen des TV-Duells von Bouffier und Schäfer-Gümbel wurden zudem in der Befragung der Forschungsgruppe Wahlen nicht berücksichtigt.

Für die Umfrage befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Montag bis Mittwoch 1035 Wahlberechtigte. Das Institut gibt für die Befragung einen statistischen Fehlerbereich von bis zu drei Prozentpunkten an.

als/AFP
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