Hessen-Linke Neuer Spitzenkandidat ist ausgehandelt

Die zerstrittenen Flügel der hessischen Linkspartei haben sich nach dem Rücktritt von Pit Metz offenbar auf einen neuen Kandidaten geeinigt. Willi Van Ooyen, der aus der Friedensbewegung stammt, soll jetzt für Ruhe, Frieden und Erfolg im Landesverband sorgen.


Berlin - Nach Informationen des SPIEGEL soll Willi van Ooyen in den nächsten Monaten als Zugpferd Stimmen für den Einzug seiner Partei in den Wiesbadener Landtag sammeln. Auf ihn einigten sich nach langen Nachtsitzungen die Vertreter unterschiedlicher Parteiflügel. Der hessische Vorstand soll den Kandidaten noch heute bestätigen. Morgen soll er dann dem Parteitag zur Wahl präsentiert werden.

Friedensbewegter van Ooyen soll Frieden in Linkspartei bringen und bei der Wahl für Jubel sorgen
DPA

Friedensbewegter van Ooyen soll Frieden in Linkspartei bringen und bei der Wahl für Jubel sorgen

Van Ooyen kommt aus der Friedensbewegung. Er ist Sprecher der Frankfurter Info-Stelle Ostermarsch und setzte sich gegen den Kosovo-Einsatz der Bundeswehr und "den Krieg gegen den Terror" ein. Die Parteispitze verbindet mit seiner Person die Hoffnung, Ruhe in den Landesverband zu bekommen und mit dem zentralen Thema Frieden im Wahlkampf punkten zu können.

Bereits gestern hatte der Giessener Dennis Stephan seine Kandidatur angekündigt. Seine Aussage, er habe die Unterstützung der größten Kreisverbände stellte der hessische Landesvorsitzende Ulrich Wilken jedoch in Frage. Zu van Ooyen wollte er sich bislang noch nicht äußern.

Am Mittwoch war der erst vor zwei Wochen gewählte bisherige Spitzenkandidat, Pit Metz, wegen umstrittenen Äußerungen zurück getreten. Er hatte den Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze mit den Vorschriften der deutschen Soldaten in Afghanistan verglichen und sich selbst als Kommunisten bezeichnet. Das Ex-DKP-Mitglied hatte betont, er strebe einen "Systemwechsel" an. Widerstand kam daraufhin vor allem aus der Basis. So forderte der Kreisverband Odenwald Metz etwa auf, sich für den Vergleich zu entschuldigen und sich zur Linkspartei zu bekennen. Andernfalls wollten die Delegierten der Gesamtliste ihre Zustimmung beim morgigen Parteitag verweigern.

nim



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.