Hessen NPD-Mann droht im Kreistag mit Prügel

Prügeldrohung im Kommunalparlament: Der hessische NPD-Landeschef Wöll ist im Wetterauer Kreistag handgreiflich geworden. Es war nicht der erste Eklat, für den der Rechtsextreme dort sorgte.


Friedberg - Der Chef der hessischen NPD, Marcel Wöll, ist nach Handgreiflichkeiten von einer Sitzung des Wetterauer Kreistages ausgeschlossen worden. Ein Sprecher des Kreises bestätigte heute einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Wöll, der vom hessischen Verfassungsschutz als Neonazi eingestuft wird, ist seit Februar Mitglied des Kreistags in Friedberg. Bei der Sitzung am Mittwochabend wollten Jugendliche - mit Genehmigung des Kreistagsvorsitzenden - Flugblätter für ein Verbot der NPD verteilen. Zeugenaussagen zufolge soll Wöll daraufhin handgreiflich geworden sein.

Ein Mitglied der Jugendorganisation der Linken sagte der "FAZ", er habe Wöll beim Betreten der Zuschauertribüne des Plenarsaals fotografiert. Daraufhin habe Wöll ihn gepackt, die Herausgabe der Kamera verlangt und ihm Prügel angedroht. Ein 20-Jähriger berichtete, Wöll habe ihm mit mehreren Blättern Papier ins Gesicht geschlagen.

Bereits im März hatte Wöll für einen Eklat im Kreistag gesorgt, als er die Streichung von Zuschüssen für Klassenfahrten zur Gedenkstätte Auschwitz verlangt und in diesem Zusammenhang unter anderem von "Gehirnwäsche" gesprochen hatte. Wegen der Äußerung muss sich Wöll ab Anfang August vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft erhob gegen ihn Anklage wegen Volksverhetzung.

phw/ddp



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