SPON-Umfrage Enges Rennen in Hessen - Bouffier punktet bei Führungsstärke

Kurz vor der Hessenwahl liegen die Sympathiewerte der Kandidaten von CDU, SPD und Grünen eng beieinander, wie eine Umfrage für SPIEGEL ONLINE zeigt. In einer Kategorie dominiert der Ministerpräsident klar.

Volker Bouffier (CDU)
DPA

Volker Bouffier (CDU)


Aktuelle Umfragen sehen wenige Tage vor der hessischen Landtagswahl die CDU vorn, gefolgt von Grünen und SPD. In Sachen Wählersympathie liefern sich die Spitzenkandidaten der drei Parteien allerdings ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey für SPIEGEL ONLINE und die "Hessische Niedersächsische Allgemeine" (HNA).

Auf die Frage "Welcher dieser hessischen Politiker ist Ihrer Meinung nach am sympathischsten?" gaben 19,1 Prozent der Befragten dem amtierenden Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) ihre Stimme. 21,2 Prozent halten den SPD-Kandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel für den Sympathischsten. Der Grünen-Politiker Tarek Al-Wazir erhielt 21,5 Prozent der Stimmen.

Die Ergebnisse liegen somit so eng beieinander, dass nicht gesagt werden kann, wer der drei als am "sympathischsten" oder "unsympathischsten" wahrgenommen wird. Eindeutig ist hingegen, dass ein Drittel der Befragten keinen der genannten Politiker sympathisch findet.

Auch in Sachen Glaubwürdigkeit liegen Bouffier und Schäfer-Gümbel der SPON-Umfrage zufolge so eng beieinander, dass keine eindeutige Rangfolge erkennbar ist. Der CDU-Kandidat hat 23,1 Prozent der Stimmen erhalten, der SPD-Kandidat 22,4 Prozent. Grünen-Kandidat Al-Wazir fällt hingegen deutlich ab. 13,9 Prozent halten ihn für den Glaubwürdigsten der drei hessischen Politiker. Knapp ein Drittel (32,9 Prozent) schätzt keinen der genannten Kandidaten als glaubwürdig ein.

Eine klare Reihenfolge der drei hessischen Spitzenkandidaten lässt sich bei der Frage nach der Führungsstärke erkennen. Dort fällt Al-Wazir erneut ab. Laut SPON-Umfrage halten 8,1 Prozent der Befragten den Grünen-Kandidaten für den Führungsstärksten der genannten Politiker. Schäfer-Gümbel liegt demnach mit 17,5 Prozent auf Platz zwei. Mehr als ein Drittel (36,2 Prozent) der Befragten schätzt Bouffier als den führungsstärksten Spitzenkandidaten in Hessen ein. Der amtierende Ministerpräsident regiert Hessen seit 2010. 29,9 Prozent der Befragten nahmen keinen der drei Politiker als führungsstark wahr.

Am Sonntag, 28. Oktober, also in knapp anderthalb Wochen, wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt. Etwa 4,4 Millionen Wahlberechtigte können dann ihre Stimme abgeben.

Anmerkungen zur Methodik: Die SPON-Umfrage wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 9. bis 17. Oktober 2018 online erhoben. Die Stichprobe umfasste mehr als 2500 Befragte, der statistische Fehler liegt bei 3,5 Prozent.



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Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

asc

insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
Horatio Caine 18.10.2018
1. Bitte SPON hört auf das irgendwie schön zureden...
https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/hessen.htm Aktuell 23% Verlust für die GroKo-Parteien auf Hessenebene. Der massivste und breitflächigste Vertrauensverlust von Wählern in Parteien seit meiner Geburt 1968 setzt sich fort.
seppfett 18.10.2018
2. Unsinn
Zitat von Horatio Cainehttps://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/hessen.htm Aktuell 23% Verlust für die GroKo-Parteien auf Hessenebene. Der massivste und breitflächigste Vertrauensverlust von Wählern in Parteien seit meiner Geburt 1968 setzt sich fort.
In Bayern ist die Wahlbeteiligung gerade stark gestiegen - über 70%. Man wählt doch nur wenn man einer Partei mehr vertraut als einer Anderen. Ausserdem gab es keine grosse Koalition in Hessen. Da liegen gerade die 4 etablierten Parteien bei 76% in den Umfragen. Was soll dieses negative gejammere
ro-bayer 18.10.2018
3. Mit den Grünen,
aktueller Umfragewert in Hessen: 22 %! - hatte kaum einer so gerechnet, am allerwenigsten die AFD, die zwar bei momentan 12 % liegt oder dümpelt, aber hoffentlich in Hessen nahe oder unter 10 % landet. Und vor allem: ein zeitweises und lösbares Problem ist. Wir leben eben nicht mehr in den zwanziger Jahren letztes Jhdt., sondern jetzt, wo sich auch die sog. "Linke" inzwischen vom ehemaligen "mothership" SPD emanzipiert und ausdifferenziert hat. Mal ehrlich: das Mutterland der Grünen war ja Hessen mit seinem Turnschuhminister Fischer - und MP Börner und seiner Zaunlatte - Liebe Hessen erinnert Euch daran bei dieser Wahl.
fatherted98 18.10.2018
4. so kann...
...man sich das Leben auch schön reden. Die Verluste für die "Volksparteien" werden auch weiterhin verharmlost und diese mit dem Unvermögen des Wählers begründet, die Botschaft der Parteien leider nicht verstanden zu haben....tja...so geht es auch.
eisfuchs 18.10.2018
5. @Horatio Caine
Und das letztlich völlig ungerechtfertigt. Im Grunde leisten alle Politiker und Parteien deutlich mehr als vor 50 Jahren und trotzdem wird das nicht belohnt. Dem Land Hessen und seinen deutschen Bürgern geht es so gut wie noch nie (bereinigt betrachtet nach Maßstäben von früher). Und zaubern hat noch keiner gekonnt. Ich vermute inzwischen einzig eine Luftblase wie Trump würd hier mehr Prozente kriegen. Der lügt dass sich die Balken biegen aber sagt halt was die Leute hören wollen...
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