Hintergrund "Heroingestützte Behandlung Opiatabhängiger"


Bonn - Heroinabhängige Menschen sollen in Deutschland erstmals in einem Modellversuch offiziell und kontrolliert Heroin erhalten. Das Projekt will diejenigen Abhängigen erreichen, die von den bisherigen Hilfsangebote nicht oder nur ungenügend profitiert haben. Der Versuch startet im Februar 2002 in Hamburg, Hannover, Köln, Frankfurt, Karlsruhe, München und Bonn. Dabei soll herausgefunden werden, ob durch ärztlich kontrollierte Behandlung dieser Abhängigen mit Heroin eine Besserung ihrer gesundheitlichen Situation, ihrer sozialen Lage und ihrer therapeutischen Chancen erreicht werden kann.

Die Ethik-Kommission der Ärztekammer Hamburg und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) haben dem Versuch zugestimmt. Zunächst sollen 1120 Patienten beteiligt werden, von denen die eine Hälfte Heroin als Medikament, die andere Hälfte Methadon bekommt. Beide Patientengruppen werden psychosozial betreut. Die Betroffenen, die mindestens 23 Jahre alt und seit fünf Jahren abhängig sein müssen, sollen von Herbst 2001 an ausgewählt werden.

Die Studie folgt den Richtlinien einer klinischen Arzneimittelprüfung. Der Modellversuch wird vom Bundesgesundheitsministerium, den Ländern Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen und den beteiligten Kommunen getragen sowie von der Bundesärztekammer und einem internationalen wissenschaftlichen Beirat begleitet.



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