Schulds Bürgermeister den Tränen nahe »Unser Leben hat sich von einem Tag auf den anderen geändert«

Die Flut traf die Menschen in seinem Dorf besonders: Mit brüchiger Stimme hat Schulds Bürgermeister Helmut Lussi bei einer Pressekonferenz mit Angela Merkel von den Folgen der Katastrophe berichtet.
Helmut Lussi bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Angela Merkel: »Narben, die man nie vergisst«

Helmut Lussi bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Angela Merkel: »Narben, die man nie vergisst«

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Der Bürgermeister der besonders stark betroffenen Ortschaft Schuld, Helmut Lussi, ist bei einer Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsidentin Malu Dreyer von seinen Emotionen überwältigt worden.

Lussi sprach über die Erleichterung, dass es in dem Ort keine Todesopfer gegeben habe, das sei seine größte Sorge gewesen. Die Schäden in Schuld seien aber gewaltig. Der Wiederaufbau werde Millionen Euro kosten, sagte er, ein Sachverständiger sei allein in dem kleinen Dorf in einer ersten Schätzung auf 31 bis 48 Millionen Euro gekommen. Viele Hausbesitzer hätten keine Elementarschadensversicherung.

»Narben, die man nie vergisst«

Helmut Lussi über die Flutkatastrophe

Dann brach Lussis Stimme. »Diese Flut wird für die Menschen in Schuld Narben hinterlassen. Narben, die man nie vergisst, die nicht zu bewältigen sind. Denn unser Leben hat sich von einem auf den anderen Tag geändert.«

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Merkel will im August wiederkommen

Zuvor hatte Lussi mit Merkel und Dreyer die Schäden in Schuld besichtigt. Auch Dreyer erwähnte das seelische Leid der Flutopfer. Es sei eine »surreale, gespenstische Situation«, sagte Merkel. »Die deutsche Sprache kennt kaum Worte für die Verwüstung, die hier angerichtet ist.« Die Bilder seien »unfassbar«. Merkel versprach: »Bund und Länder werden gemeinsam handeln, um die Welt wieder Schritt für Schritt in Ordnung zu bringen.« Die Bundeswehr werde so lange bleiben, wie sie gebraucht werde.

Bereits am Mittwoch werde die Bundesregierung ein Programm verabschieden. Es sei sowohl schnelle Hilfe gefragt als auch ein langer Atem. Deutschland sei glücklicherweise ein starkes Land, das sich die Hilfe finanziell leisten könne.

Die Kanzlerin rief die Bevölkerung zu Geldspenden auf, die Hilfe müsse gut koordiniert werden. Merkel kündigte zudem an, im August wiederkommen zu wollen. Das Land müsse den Kampf gegen den Klimawandel verstärken und sich auch besser auf die Auswirkungen der Erderwärmung vorbereiten.

Lussi sagte nach dem Auftritt Merkels, er habe ein gutes Gefühl bekommen, dass die nötige Hilfe bereitgestellt werde. »Wenn Sie im August wiederkommen, werden wir den ersten Fortschrittsbericht vermelden können.«

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