Hochwasser Deutschland gehen die Sandsäcke aus

Tausende Helfer kämpfen gegen die Flut. Doch mittlerweile gibt es kaum noch Sandsäcke in Deutschland. Nur mit Hilfe von EU-Ländern wurde der Notstand bislang vermieden.

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Berlin - In Teilen Ost- und Norddeutschlands ist die dramatische Hochwasserlage noch lange nicht ausgestanden, weiterhin werden Tausende von Sandsäcken gebraucht. Doch an vielen Orten könnten die Helfer bald nicht mehr zupacken, wenn nicht Sandsäcke aus dem Ausland kämen, mit denen Deiche befestigt und ganze Streckenabschnitte entlang der Flüsse und in den Ortschaften abgesichert werden.

Denn Sandsäcke sind mittlerweile in Deutschland rar geworden. "Das gab es noch nie", hieß es am Dienstag in Berliner Koalitionskreisen gegenüber SPIEGEL ONLINE. Am Montag wurde das Thema vom Staatssekretär aus dem Bundesinnenministerium, Klaus-Dieter Fritsche, in einer Runde der Staatssekretäre mit Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) besprochen.

Das Bundesinnenministerium bestätigte gegenüber SPIEGEL ONLINE den drohenden Sandsäcke-Notstand. "Es sind bislang 1,65 Millionen leere Sandsäcke aus dem Ausland nach Deutschland geliefert worden", so ein Sprecher. Diese würden dann vor Ort von den Einsatzkräften aufgefüllt. Die Bundesländer würden an das gemeinsame Lagezentrum ihre Wünsche stellen, die Kosten würden demnach auch von den Ländern getragen, so der Sprecher weiter.

Über die Höhe der Ausgaben konnte das Bundesinnenministerium bislang noch keine Angaben machen. Klar ist: Nur mit Hilfe der EU-Nachbarstaaten wurde der Engpass bislang überwunden. Aus dem Ausland wurden laufend in den vergangenen Tagen direkt Sandsäcke in die betroffenen Länder geliefert - so am 5. Juni, 9. Juni und zuletzt am Montag, 10. Juni. Nach einer Aufstellung des Bundesinnenministeriums kamen demnach 500.000 Sandsäcke aus den Niederlanden, 150.000 aus Luxemburg, 200.000 aus Belgien und 804.000 aus Dänemark. Auch Polen soll eventuell noch angefragt werden. "Das gemeinsame Lagezentrum entscheidet, ob der Bedarf aus dem Inland gedeckt werden kann oder aus dem Ausland hinzugekauft werden muss", erklärte der Sprecher des Bundesinnenministeriums.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte sich die inländische Verknappung abgezeichnet - den Bundesländern gehen ihre Reserven aus. So hatte allein das Land Nordrhein-Westfalen eine Million Sandsäcke nach Sachsen-Anhalt verbracht. Das West-Land hatte über die bundesweite Koordinationsstelle auf eine Anfrage aus dem ostdeutschen Bundesland reagiert.

Das Ausmaß der Flut 2013 unterscheidet sich offenbar deutlich von der letzten großen Hochwasserkatastrophe im Jahre 2002. In der Runde der Staatssekretäre wurde am Montag festgehalten, dass es im Gegensatz zu damals keinen richtigen Scheitelpunkt der Flutwelle gebe. Dieser erstrecke sich diesmal auf über 40 Kilometer.

Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Einsatzkräfte. Allein der Bund stellte seit dem 30. Mai rund 110.000 Kräfte zur Verfügung - von der Bundeswehr über die Bundespolizei bis hin zum Technischen Hilfswerk, hieß es in der Staatssekretärsrunde.

insgesamt 63 Beiträge
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baka42 11.06.2013
1. Geld
Die Länder die Geld von Deutschland bekommen, spenden nichts... komisch...
kjartan75 11.06.2013
2.
Zitat von baka42Die Länder die Geld von Deutschland bekommen, spenden nichts... komisch...
1. Es geht um Sandsäcke. 2. Finden Sie es nicht etwas umständlich, Sandsäcke aus Griechenland heranzukarren anstatt aus den Nachbarstaaten? Sehr sinnfreier und vor allem unpraktischer Beitrag von Ihnen.
wschwarz 11.06.2013
3. Spenden sind freiwillig
Zitat von baka42Die Länder die Geld von Deutschland bekommen, spenden nichts... komisch...
Die Deutschen haben keine Lust an Griechenland, etc. zu spenden, und lassen das auch raushängen. Jetut sollen diese Länder, welche von D beleidigt werden, freiwillig spenden? haben wir bei der griechischen Überschwemmung im Frühjahr was getan oder bei der Frühjahrsüberschwemmung in Italien? Nö.
derbochumerjunge 11.06.2013
4. Lust am Spenden
Zitat von wschwarzDie Deutschen haben keine Lust an Griechenland, etc. zu spenden, und lassen das auch raushängen. Jetut sollen diese Länder, welche von D beleidigt werden, freiwillig spenden? haben wir bei der griechischen Überschwemmung im Frühjahr was getan oder bei der Frühjahrsüberschwemmung in Italien? Nö.
Woher soll diese "Lust" denn kommen?
nonnenkuss 11.06.2013
5. Sandsäcke
Lösung: Alle hohlen Politiker mit Sand befüllen, das schreckt sogar die Fluten zurück. In Brüssel gibt es bei Bedarf noch Nachschub.
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