Ex-Parteichef Apfel tritt aus NPD aus

Erst gab er den Vorsitz auf, nun kehrt Holger Apfel der NPD offenbar ganz den Rücken. Der Politiker ist laut NDR Info aus der rechtsextremen Partei ausgetreten. Er kommt damit einem drohenden Parteiausschlussverfahren zuvor.

Ex-NPD-Chef Apfel: Gerüchte über das Privatleben des Politikers
DPA

Ex-NPD-Chef Apfel: Gerüchte über das Privatleben des Politikers


Hamburg/Dresden - Holger Apfel hat seinen Austritt aus der NPD erklärt. Das berichten der Radiosender NDR Info und die rechtsextremistische Internet-Plattform Altermedia übereinstimmend. Zuvor hatte er bereits seinen Posten als Parteichef und als Fraktionschef in Sachsen aufgegeben, sein Abgeordnetenmandat will er jedoch vorerst behalten.

Mit seinem Austritt kommt Apfel einem drohenden Parteiausschlussverfahren zuvor. Auf einer Krisensitzung am Sonntag hatte das NPD-Präsidium dem 42-Jährigen einen Austritt nahegelegt. In der Partei gab es Gerüchte, laut denen es im Sommer zu einem Vorfall gekommen sei, bei dem sich offenbar ein Anfang 20-jähriger NPD-Helfer von Apfel belästigt gefühlt habe. Bereits in der Vergangenheit hatte es in der Partei immer wieder Gerüchte über Apfels Privatleben gegeben, wie auch Sicherheitskreise bestätigen.

"Mit Befremden muss das Parteipräsidium zur Kenntnis nehmen, dass die zunächst von Apfel zur Begründung für seinen Rücktritt angeführten 'Krankheitsgründe' offenbar nur ein Teil der Wahrheit sind. Weitergehende Vorwürfe, die Verfehlungen in der Vergangenheit betreffen, hat Apfel bislang nicht entkräftet", hieß es am Wochenende in einer Erklärung des Parteivorstands. Auch Apfels Ehefrau soll am Dienstag aus der NPD ausgetreten sein.

Apfel war seit 2004 Fraktionschef in Sachsen, seit November 2011 führte er die rechtsextreme Partei im Bund. Er hatte sich dabei im Machtkampf gegen den langjährigen Vorsitzenden und Rivalen Udo Voigt durchgesetzt. Dieser spekuliert nun auf eine Rückkehr in die erste Reihe der NPD. Bis zum Herbst 2014 soll jedoch Udo Pastörs, Fraktionschef in Mecklenburg-Vorpommern, die Partei führen.

syd



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