Gewalt im Fußball Innenminister planen härtere Strafen für Hooligans

Härteres Vorgehen gegen Hooligans: Einige Innenminister der Länder fordern, Gewalt im Stadion gezielter zu verfolgen. Derzeit kämen Rädelsführer häufig ungeschoren oder mit einer Bewährungsstrafe davon.
Fans von Dynamo Dresden: härteres Vorgehen gegen Rädelsführer

Fans von Dynamo Dresden: härteres Vorgehen gegen Rädelsführer

Foto: Alexander Körner/ dpa

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) will die Rädelsführer der Fußball-Hooligan-Szene strafrechtlich gezielter verfolgen. Gerichtsverfahren gegen solche Intensivtäter sollten an einem Ort gebündelt werden, forderte Jäger.

Derzeit kämen Rädelsführer häufig ungeschoren oder mit einer Bewährungsstrafe davon, weil die Straftaten am Ort des Geschehens verhandelt würden und die Justizbehörden nur den Einzelfall sähen. Nun solle die Kommunikation verbessert werden. Einer solchen Konzentration der Verfahren müssten allerdings alle Innen- und auch Justizminister zustimmen, räumte Jäger ein. "Das wäre ein Quantensprung."

Der SPD-Politiker will seine Vorschläge zur Sicherheit bei Fußballspielen der Innenministerkonferenz (IMK) vorstellen, die am diesem Mittwoch in Bonn beginnt. Jäger ist zurzeit Vorsitzender der IMK.

Der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) kündigte eine härtere Gangart auch gegenüber Vereinen an, die Sicherheitsauflagen nicht einhalten. "Die Gewalt nimmt zu, die Anzahl der Straftaten nimmt zu, die Anzahl der verletzten Polizisten nimmt zu", sagte der SPD-Politiker. Bislang habe sich die Polizei kooperativ gezeigt, wenn Vereine Sicherheitsauflagen nicht sofort voll erfüllen konnten.

"Das können wir uns nicht mehr leisten. Wir werden künftig ziemlich hart sein, wenn Vereine die Auflagen der Deutschen Fußball Liga und des Deutschen Fußball-Bunds nicht einhalten", sagte Gall. Die Polizei werde sich genau überlegen, ob sie den Spielbetrieb dann noch zulassen könne.

Jäger unterstrich, es seien viele Schritte nötig, um das Problem der Gewalt rund um Fußballspiele in den Griff zu bekommen. Verringerte Kartenkontingente für auswärtige Fans bei Risikospielen, personalisierte Tickets für die Gäste-Fankurve oder regulierte Anreisewege, all das seien mögliche Veränderungen. Bis zur Innenministerkonferenz im Herbst soll eine Arbeitsgruppe konkrete, konsensfähige Vorschläge erarbeiten.

Den Vereinen die Kosten für Polizeieinsätze in Rechnung zu stellen, wäre nur die allerletzte Option, bekräftigte Jäger. "Das kann man höchstens für Einsätze im Stadion machen und nicht für Polizeieinsätze im öffentlichen Raum." Die größten Probleme gebe es aber nicht im Stadion, sondern auf den Hin- und Rückwegen.

kes/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.