Sondergesandter für Westsahara-Konflikt Horst Köhler legt Uno-Amt nieder

Altbundespräsident Horst Köhler war knapp zwei Jahre lang Uno-Sonderbeauftragter für den Westsahara-Konflikt. Nun hat der 76-Jährige den Posten aus gesundheitlichen Gründen abgegeben.

Horst Köhler im März in Genf: Der ehemalige Bundespräsident gilt als Afrikakenner
Valentin Flauraud/KEYSTONE/ DPA

Horst Köhler im März in Genf: Der ehemalige Bundespräsident gilt als Afrikakenner


Der frühere Bundespräsident Horst Köhler hat sein Amt als Uno-Sondergesandter für den Westsahara-Konflikt aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. Er habe Uno-Generalsekretär António Guterres am Mittwoch über seinen sofortigen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen informiert, erklärte eine Sprecherin der Vereinten Nationen.

Guterres bedauere die Entscheidung sehr, habe aber volles Verständnis, heißt es in einer Erklärung. Darin dankte Guterres dem 76-jährigen Köhler für dessen "unermüdliche und intensive Bemühungen" um eine politische Lösung des jahrzehntealten Konflikts in dem Gebiet, das zwischen Marokko und Mauretanien am Atlantik liegt.

Die Westsahara ist eine ehemalige spanische Kolonie, die nach ihrer Unabhängigkeit im Jahr 1975 größtenteils von Marokko annektiert wurde. Die von Algerien unterstützte Befreiungsbewegung Polisario strebt nach Unabhängigkeit für die Westsahara und fordert einen Volksentscheid; Marokko hingegen möchte der Region nur einen Autonomiestatus unter marokkanischer Herrschaft zugestehen.

Zu einem Referendum in dieser Frage ist es bislang nicht gekommen. Die Uno-Mission Minurso gibt es seit 1991, etwa die Hälfte der knapp 500 Mitarbeiter sind Militär- und Polizeikräfte.

Köhler hatte die Aufgabe als Uno-Sonderbeauftragter im Sommer 2017 mit Zustimmung der Konfliktparteien übernommen. Zuletzt leitete er im März neue Friedensgespräche. Über seine Nachfolge als Uno-Sonderbeauftragter ist nach Angaben der Vereinten Nationen noch nicht entschieden worden.

Köhler war von 2004 bis zu seinem Rücktritt 2010 Bundespräsident. Davor war der Afrikakenner unter anderem Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF).

aar/dpa/AFP



insgesamt 2 Beiträge
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man 23.05.2019
1. Ich schätze Herrn Köhler sehr
und hoffe noch zu erfahren warum er als Präsident zurückgetreten ist.
all-about-mindset 25.05.2019
2. Zu 1).
Herr K. waere schoen bloed, wenn er ds oeffentlich machen wuerde. Er wird seinen Grund gehabt haben. Interessanter waere mE was er zu sagen haette in Sachen Eindaemmung der Migrationsstroeme aus diesen Regionen Afrikas. Und Staerkung det Laender vor Ort. Jedoch ohne Zahlung v IWF etc Geldern an korrupte Regierungen daselbst.
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