CSU-Chef Seehofer Heimatminister ohne Land

CSU-Chef Seehofer wollte sich für den Wechsel nach Berlin ein großes Heimatministerium zurechtschneidern. Nun fehlen nach SPIEGEL-Informationen die entscheidenden Kompetenzen aus dem Agrarressort.
Horst Seehofer

Horst Seehofer

Foto: Lino Mirgeler/ dpa

Das künftige Heimatministerium von Horst Seehofer wird nicht für die Entwicklung des ländlichen Raums zuständig sein. Nach SPIEGEL-Informationen lehnte es Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem vertraulichen Treffen am Donnerstag in Berlin ab, die entsprechende Abteilung aus dem Landwirtschaftsministerium herauszulösen und in das neue Ministerium für Inneres, Bau und Heimat zu integrieren.

Stattdessen erhielt Seehofer von Merkel die Zusage, dass die CSU den Posten eines Staatsministers für Digitales im Kanzleramt besetzen darf. Als mögliche Kandidatin gilt die stellvertretende CSU-Vorsitzende Dorothee Bär.

Seehofer hatte die Zuständigkeiten aus dem Landwirtschaftsministerium auch deshalb verlangt, weil über sie Fördergelder in ganz Deutschland verteilt werden können. Merkel wiederum stand unter großem Druck, nach der Aufgabe des Finanz- und Innenministeriums nicht noch weitere Kompetenzen aus dem Bereich der CDU abzugeben. Insbesondere die designierte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte sich intern vehement dagegen gesperrt, dass ihr Ressort gefleddert wird.

Seehofer hatte in den vergangenen Tagen angedeutet, dass er möglicherweise nicht nach Berlin kommen werde, falls Merkel seine Forderungen ablehnt. Dass nun der Staatsminister für Digitales an die CSU geht, soll für den CSU-Chef eine gesichtswahrende Lösung ermöglichen.

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