CSU-Plan Seehofer will Guttenberg und Herrmann nach Berlin schicken

In einer neuen Koalition würde CSU-Chef Horst Seehofer nach SPIEGEL-Informationen möglicherweise zwei große Ministerien beanspruchen. Hintergrund ist die künftige Rolle von Karl-Theodor zu Guttenberg.

CSU-Chef Seehofer, Kanzlerin Merkel
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CSU-Chef Seehofer, Kanzlerin Merkel


CSU-Chef Horst Seehofer erwägt, nach einem Unions-Sieg bei der Bundestagswahl sowohl seinen Innenminister Joachim Herrmann als auch den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in die nächste Bundesregierung zu entsenden.

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Heft 37/2017
Die Berliner Ruhe trügt - in Deutschland brodelt es

"Die CSU will Joachim Herrmann als Innenminister nach Berlin schicken", sagte Seehofer dem SPIEGEL. Das bedeute aber nicht, dass für Guttenberg dann kein Platz mehr sei. "Für die künftige Rolle von Karl-Theodor zu Guttenberg heißt das gar nichts." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Karl-Theodor zu Guttenberg
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Karl-Theodor zu Guttenberg

Seehofer lobte die politischen Fähigkeiten des in den USA lebenden Ex-Ministers, der im Jahr 2011 wegen einer Plagiatsaffäre zurückgetreten war.

"Guttenberg spielt in einer eigenen Liga", sagte der CSU-Chef. Der 45-Jährige macht derzeit für die CSU Wahlkampf in Bayern. Er hat bislang nicht erkennen lassen, ob er eine Rückkehr in die Politik plant. Vertraute erzählen aber, dass er sich unbedingt rehabilitieren will.

Seither wird spekuliert, welche Rolle Guttenberg übernehmen könnte. Dass er nach der Landtagswahl im kommenden Jahr ins bayerische Kabinett wechselt, um später einmal Ministerpräsident zu werden, ist schwer vorstellbar. Er wäre dann allein vom Wohlwollen Seehofers abhängig.

Seehofer, CSU-Spitzenkandidat Herrmann
DPA

Seehofer, CSU-Spitzenkandidat Herrmann

Anders sähe es mit einem Ministerposten in Berlin aus. Damit könnte Guttenberg sich unabhängig vom Parteichef eine Machtbasis aufbauen. Allerdings müsste es ein angemessenes Ressort sein: Das Auswärtige Amt zum Beispiel, oder ein neugeschaffenes Ministerium für Forschung, Digitales und Infrastruktur.

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insgesamt 220 Beiträge
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Seite 1
th.diebels 09.09.2017
1. Ich weiss
in Bayern gehen die Uhren etwas anders .... aber einmal "Betrüger" immer Betrüger ! Guttenberg sollte deshalb bleiben wo der Pfeffer wächst ....
Laemat 09.09.2017
2. Irgendwann ists auch mal gut,
ich hoffe doch nicht, sein Name sollte immer mit seinem Plagiat in Erinnerung bleiben. Ein "normaler" Dr. wäre für das Berufsleben verbrannt und er soll sogar ein Ministerium bekommen und dann auch noch Forschung?....davon abgesehen, warum müssen die Ministerien alle 4 Jahre neu zugeschnitten werden?
Mr Bounz 09.09.2017
3. "das wird Suuuper"
ein Betrüger der als Minister bereits versagt hat. Die übliche CSU Qualifikation eben. Kopfschüttel
emanuelpriebst 09.09.2017
4. Ministerium für KTG
Ministerium für Forschung... Politik kann so witzig sein!
Mach999 09.09.2017
5. Guttenberg spielt in einer eigenen Liga
Guttenberg spielt in einer eigenen Liga. Stimmt. Als Selbstdarsteller ist er unschlagbar. Als spontaner Entscheider auch. Als Macher eher nicht. Die Folgen seiner Entscheidungen sollen mal schön die anderen ausbaden. Ist ja egal, ob er das Land damit ins Chaos stürzt wie bei seiner einsamen, unvorbereiteten Abschaffung der Wehrpflicht. Die Entscheidung war ja grundsätzlich richtigund überfällig, aber sie war undurchdacht, konzeptionslos, unvorbereitet und hat dadurch zu massiven Problemen nicht nur bei der Bundeswehr geführt, sondern auch bei karitativen Organisationen. Ein guter, vernetzt denkender Minister hätte das bedacht und entsprechend vorbereitet. Ein eher eindimensionaler Selbstdarsteller wie Guttenberg verursacht einfach Probleme.
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