Bundesinnenminister Horst Seehofer will Politik-Karriere 2021 beenden

Nach der nächsten Bundestagswahl möchte Horst Seehofer kein weiteres politisches Amt mehr übernehmen. Das stehe schon seit Längerem fest, sagte der Innenminister nun: Es reiche dann wirklich.

Horst Seehofer, Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau: Am 4. Juli feiert er seinen 70. Geburtstag
Michael Kappeler/ DPA

Horst Seehofer, Bundesminister für Inneres, Heimat und Bau: Am 4. Juli feiert er seinen 70. Geburtstag


Bundesinnenminister Horst Seehofer strebt nach der kommenden Bundestagswahl kein weiteres politisches Amt an. Für ihn stehe schon seit dem vergangenen Jahr fest, dass er nicht noch einmal bei einer Wahl antreten werde, sagte er nun in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

"Insgesamt komme ich auf 50 Jahre in der Politik. Das reicht dann mit Auslaufen dieser Legislaturperiode wirklich", sagte der frühere CSU-Vorsitzende. Seehofer wird im Juli 70 Jahre alt. Die nächste planmäßige Bundestagswahl ist für Oktober 2021 angesetzt.

Der Schwesterpartei CDU riet Seehofer in dem Interview davon ab, wegen ihrer Verluste bei der Europawahl jetzt hektische Personaldebatten zu führen - das mache die Lage nicht besser. "An Wahltagen muss man Rechenschaft ablegen, unabhängig davon, ob man selbst Spitzenkandidat war oder nicht", sagte er.

Auf die Frage, wie lange CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer die Position als Kanzlerin im Wartestand noch durchhalten könne, antwortete er: "Ich sehe nicht, warum das nicht funktionieren sollte, zumal sich Angela Merkel und die CDU-Vorsitzende gut verstehen. Das ist ja offensichtlich ein Tandem."

Kramp-Karrenbauer steht seit Tagen wegen ihrer umstrittenen "Meinungsmache"-Äußerungen in der Kritik, auch in der Union regte sich Unverständnis. Merkel hatte die CDU-Chefin hingegen verteidigt und Medienberichte, wonach sie Zweifel an der Eignung von Kramp-Karrenbauer als mögliche Nachfolgerin im Kanzleramt habe, als "Unsinn" bezeichnet.

Seehofer hatte im März dieses Jahres noch gesagt, er befinde sich aktuell in einer "ausgesprochenen Wohlfühlphase" seines politischen Lebens. Damals war er genau seit einem Jahr Bundesinnenminister - und er zog im Gegensatz zur Opposition eine durchweg positive Bilanz: "Ein so arbeitsreiches Jahr wie seit dem März letzten Jahres habe ich noch nie absolviert."

Seehofer wurde Mitte März 2018 zum Bundesminister für Inneres, Bau und Heimat ernannt. Den CSU-Parteivorsitz hatte er im Januar 2019 aufgegeben, zu seinem Nachfolger wurde Markus Söder gewählt.



Sie wollen die Sonntagsfrage für den Bund beantworten? Stimmen Sie hier ab:


Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

aar/dpa

insgesamt 38 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
salomohn 30.05.2019
1. Gut
Ich hatte jetzt eine Zeit lang gar nicht mitbekommen, daß er noch da ist. Die Rente hat er sich verdient. Gut, wenn sie 2021 auch offiziell ist.
quergelesen 30.05.2019
2. Erst 2021?
Noch so ein Show Dino der den richtigen Zeitpunkt zum Absprung schon vor Jahren verpasst hat. Der " Hotte" hatte bei mir immer gewaltiges Fremdschämpotential. Und mit seinen nicht enden wollenden Tiraden gegen Frau Merkel die Frage aufgeworfen warum man in Bayern eig. keine CDU wählen kann, mit der Schwesterpartei haben die ja schon lang nichts mehr gemein.Trennt euch und dieser merkwürdige bayerische CSU Comedy Club ist bald Geschichte...ob der Rezo nicht auch dich, Horst, gemeint hat, das Typen wie Du dafür gesorgt haben das euch die Jungen Leute wegrennen?
saaman 30.05.2019
3. Die leeren Ankündigungen von Horst Seehofer
Er gehört zu den Politikern, dessen Wort besonders wenig Bestand hat. Wir kennen seine Drohungen. Wir kennen seine Ankündigungen. Immer in dem Zusammenhang, dass vieles davon versandete. Seine Rücktrittsabsichten machen Hoffnung. Wenn er sein Konto der Glaubwürdigkeit nicht selbst geplündert hätte.
mr.stringer 30.05.2019
4. Sehr schade
dass er erst 2021 geht. Mir reicht seine Politik schon sehr lange. Schon jetzt wünsche ich ihm einen erholsamen Ruhestand in seiner "Heimat". Ich werde ihn nicht vermissen.
ThomasSuzuki 30.05.2019
5. Wohlfühlphase, aha
Seehofer sagt, er befinde sich " ... aktuell in einer "ausgesprochenen Wohlfühlphase" seines politischen Lebens ...". Das kann ich mir gut vorstellen. Er bezieht ein volles Gehalt und macht ... nichts. Bis heute ist vollkommen unklar, wie er sein neues Ministerium "Inneres und Heimat" ausgestalten will. Er meldet sich zwar ab und an zu Wort, aber immer nur mit seinen strategischen Sticheleien. Inhaltlich zu einem Verantwortungsbereich und Ressort hat er sich seit seiner Ernennung zum Minister noch nicht wirklich geäußert. Man darf sich fragen, ob er überhaupt ab und an in seinen Ministerium ist. Hat ihn dort schon mal jemand gesehen ? Darüber hinaus kommt sein physischer Abgang in 2021 natürlich mindestens 10 Jahre zu spät. Geistig hat er sich von konstruktiver Politik und Arbeit schon lange entfernt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.