Streit über Impfungen Aiwanger wirft Söder Unverschämtheit und Falschbehauptung vor

Mit seinen Zweifeln an Coronaimpfungen stellt sich Freie-Wähler-Chef Aiwanger nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Söder ins politische Abseits. Sein Vize weist die Kritik entschieden zurück.
Freie-Wähler-Chef Aiwanger: »Es ist eine bewusste Falschbehauptung, ich hätte gesagt, dass nicht bewiesen sei, ob Impfstoffe wirken«

Freie-Wähler-Chef Aiwanger: »Es ist eine bewusste Falschbehauptung, ich hätte gesagt, dass nicht bewiesen sei, ob Impfstoffe wirken«

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STEFAN ZEITZ / imago images/Stefan Zeitz

In ihrem Streit über Coronaimpfungen hat Bayerns Vize-Regierungschef Hubert Aiwanger (Freie Wähler) neue Kritik von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) scharf zurückgewiesen.

Aiwanger warf Söder nach dessen ZDF-Sommerinterview am Sonntagabend unter anderem eine »bewusste Falschbehauptung« vor.

Söder (r.) über Aiwanger: »Meine Sorge ist, dass er sich in eine Ecke manövriert, aus der er selber nicht mehr herauskommt«

Söder (r.) über Aiwanger: »Meine Sorge ist, dass er sich in eine Ecke manövriert, aus der er selber nicht mehr herauskommt«

Foto: Peter Kneffel / dpa

Söder hatte in dem Interview gesagt, es gehe nicht um die Frage, ob Aiwanger sich impfen lassen wolle oder nicht, dies stehe jedem frei. Aber es gehe ihm um dessen Behauptungen zu angeblichen Nebenwirkungen oder nicht bewiesener Wirksamkeit von Impfstoffen.

»Meine Sorge ist, dass er sich in eine Ecke manövriert, aus der er nicht mehr rauskommt«, sagte Söder. Der CSU-Chef hatte dem SPIEGEL zuvor  mit Blick auf seinen Vize gesagt: »Wer glaubt, sich bei rechten Gruppen und Querdenkern anbiedern zu können, verlässt die bürgerliche Mitte und nimmt am Ende selbst Schaden.« Er mache sich Sorgen, so Söder weiter – Aiwanger wandele »auf einem schmalen Grat«.

Aiwaiger wehrt sich. »Es ist eine bewusste Falschbehauptung, ich hätte gesagt, dass nicht bewiesen sei, ob Impfstoffe wirken«, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. »Ich habe im Gegenteil gesagt, Impfen ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Corona, aber es muss freiwillig bleiben.«

»Es ist eine Unverschämtheit, mich als ›Querdenker‹ abstempeln zu wollen«

Zudem hatte Söder Aiwanger, der Spitzenkandidat der Freien Wähler für die Bundestagswahl am 26. September ist, gewarnt, »an irgendeinem Rand« nach Wählerstimmen zu fischen. »Das ist ein totaler Trugschluss. Die Leute wählen am Ende richtige ›Querdenker‹.«

Dazu sagte Aiwanger: »Es ist eine Unverschämtheit, mich als ›Querdenker‹ abstempeln zu wollen, weil ich gegen die Impfpflicht bin und mehr Sensibilität einfordere beim Thema Impfen von unter 12-Jährigen, was auch die Stiko bisher nicht empfiehlt.«

mjm/dpa
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