Hundt greift Schröder an "Eklatante Unkenntnis"

Die Unternehmen müssten mehr Arbeitsplätze schaffen und endlich die Überstunden abbauen, forderte der Kanzler vor kurzem. Arbeitgeberpräsident Hundt reagierte sauer und warf Schröder "eklatante Unkenntnis über ökonomische Zusammenhänge" vor.


Sauer auf Schröder: Dieter Hundt
DPA

Sauer auf Schröder: Dieter Hundt

Berlin - Dieter Hundt sagte dem Kölner "Express" , Schröder habe in zentralen Fragen das Gegenteil dessen getan, was für die Wirtschaft und Arbeit notwendig sei. Er nannte die Betriebsverfassung, den Teilzeit-Anspruch und die Einschränkung der befristeten Jobs. "Damit hat die Regierung den ohnehin schon überregulierten Arbeitsmarkt weiter zubetoniert".

Schröder hatte vor kurzem gesagt, dass die Bundesregierung zentrale Forderungen der Wirtschaft wie etwa im Steuerrecht erfüllt habe. Nun sei die Wirtschafts am Zug "ihren Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu leisten." Die Zahl der geleisteten Überstunden sei weiterhin zu hoch. Hier habe die Wirtschaft zugesagt, einen Teil der Mehrarbeit umzuwandeln: "Aber da ist bislang wenig passiert."

Dazu sagte Hundt der Zeitung: "Diese Forderung des Kanzlers dokumentiert eine eklatante Unkenntnis über ökonomische Zusammenhänge. Wir haben seit Jahren ein historisch niedriges Überstunden-Volumen, gerade einmal etwas mehr als eine Überstunde pro Woche und Beschäftigten. Unser Problem sind nicht zu viele Überstunden, sondern steigende Kurzarbeit".

Hund forderte stattdessen die Bundesregierung zum Handeln auf. "Die Regierung muss ihre Zusage einlösen, die Sozialversicherungsbeiträge unter 40 Prozent zu senken. Die Ökosteuer müsse ausgesetzt werden und der Mittelstand jetzt steuerlich entlastet werden - "nicht erst 2005 wie Schröder dies plant".



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