
CSU-Ministerin Aigner: Gegen das Getuschel
CSU-Ministerin Aigner beklagt Gerüchte über ihr Privatleben
Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hat Vorbehalte gegenüber alleinstehenden Frauen in der Politik beklagt.
"Offenbar ist eine alleinstehende Frau für viele noch immer das Schlimmste, ein vollkommen inakzeptabler Zustand", sagte Aigner, die keinen Lebensgefährten hat, im Gespräch mit dem SPIEGEL. "Man kann geschieden sein, zum vierten Mal verheiratet, man kann schwul, lesbisch, irgendwas sein, aber alleinstehend, das geht nicht, da ist was faul." (Lesen Sie hier das ganze Gespräch mit Ilse Aigner im neuen SPIEGEL.)
Vielleicht fehle das Verständnis, dass man auch ganz gut alleine durch sein Leben kommen könne, sagte Aigner: "Vielleicht ertragen das manche Männer nicht. Ich weiß es nicht." Weil sie alleinstehend sei, werde ihr mitunter unterstellt, heimlich lesbisch zu sein. Das sei vollkommen absurd. "Und es regt mich auf. Also: Ich bin es nicht!", sagte Aigner. Es wäre aber auch kein Grund, jemanden zu diskreditieren. "Das ist mehr als schäbig. Das Privatleben anderer politisch zu instrumentalisieren ist für mich grundsätzlich unterirdisch."
Aigner erklärte, dass Bayern ihrer Ansicht nach bereit für eine weibliche Regierungschefin sei. "Wir haben in Bayern die höchste Frauenerwerbsquote in den alten Bundesländern, wir haben die meisten Männer, die in Elternzeit gehen", sagte Aigner, die als mögliche Nachfolgerin für Ministerpräsident und Parteichef Horst Seehofer gilt. "Es gibt also keinen Grund, warum ausgerechnet die Politik hinterherhinken sollte."
Allerdings stelle sich diese Frage derzeit nicht. Seehofer will Ende April erklären, ob er als Parteichef und Ministerpräsident weitermachen will.