Innenministerium Deutschland nimmt Flüchtlinge aus Nordafrika auf

Deutschland will bei der Bewältigung der Flüchtlingswelle aus Nordafrika helfen. Innenminister Friedrich hat entschieden, hundert Migranten aufzunehmen. Damit will er die Insel Malta entlasten. 

Flüchtlingsboot aus Libyen erreicht Malta: Berlin will hundert Menschen aufnehmen
REUTERS

Flüchtlingsboot aus Libyen erreicht Malta: Berlin will hundert Menschen aufnehmen


Berlin - Es soll ein Akt der Solidarität mit dem Mittelmeerstaat Malta sein: Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich kündigte am Freitag an, dass Deutschland hundert nordafrikanische Flüchtlinge aufnehmen werde, die auf der Insel Zuflucht gesucht haben. Das Angebot erfolge aus humanitären Gründen, hieß es aus dem Ministerium. Friedrich habe bereits Kontakt mit den Innenministern der Länder aufgenommen.

Derzeit sei noch unklar, welche Flüchtlinge aus welchen Herkunftsländern von dem Angebot Gebrauch machen könnten, sagte eine Ministeriumssprecherin. Die Details würden noch in Gesprächen mit der maltesischen Regierung geklärt. Deutschland hatte bereits im vergangenen Jahr hundert Flüchtlinge aus Malta aufgenommen.

In den vergangenen Wochen hatte es immer geheißen, Italien sei in der Lage, die bislang angelandeten Flüchtlinge intern verteilen zu können. Man wolle sich aus Rom nicht unter Druck setzen lassen. Die Devise von Außenminister Guido Westerwelle hatte stets gelautet: "Wir können und wollen nicht jeden aufnehmen". Es müssten Lebensnebdingjngen vor Ort in Nordafrika verbessert werden.

Streit zwischen Italien und Frankreich

Mit dem Umsturz in mehreren nordafrikanischen Staaten strömten zuletzt vermehrt Flüchtlinge in Richtung Europa, was inzwischen für handfesten Streit zwischen Frankreich und Italien sorgt. Viele der Flüchtlinge, die zunächst in Italien stranden, wollen nach Frankreich weiterreisen.

Mit dem Machtwechsel in Tunesien und dem Beginn der Kämpfe in Libyen waren in beiden Staaten die strikten Grenzkontrollen zusammengebrochen, so dass sich seither Tausende Flüchtlinge auf den Weg über das Mittelmeer machten. Betroffen von dem Flüchtlingsstrom ist vor allem Lampedusa. Die Insel liegt etwa auf halber Strecke zwischen Sizilien und Tunesien. Dort sind dieses Jahr bereits etwa 20.000 Flüchtlinge angekommen.

Frankreich lässt die aus Italien weiterreisenden Flüchtlinge nicht ins Land. "Italien steht vor einem schwierigen Problem, aber Frankreich beabsichtigt nicht, Wirtschaftsflüchtlinge ins Land zu lassen", sagte der französische Innenminister Claude Gueant. Sein italienischer Kollege Roberto Maroni drang dagegen auf eine gemeinsame Lösung. Frankreich ist verärgert über die Entscheidung der italienischen Behörden, Tausenden Flüchtlingen eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung zu gewähren. Dies verstoße gegen die Schengen-Regelung, die den Menschen in den 25 Unterzeichnerstaaten Bewegungsfreiheit garantiert, erklärte das Land.

ler/sev/AFP/Reuters



insgesamt 60 Beiträge
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Robert B., 08.04.2011
1. .
Bitte durchreichen an die verantwortlichen Kriegesherren GB und F.
kb26919 08.04.2011
2. Wer hat das anders erwartet...
Zitat von sysopDeutschland will bei der Bewältigung der Flüchtlingswelle aus Nordafrika helfen. Innenminister Friedrich hat entschieden, hundert Migranten aufzunehmen. Damit will er die Insel Malta entlasten.* http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,755871,00.html
offiziell werden 100 aufgenommen,der Rest kommt dann illegal. Die Leute wissen wo das Sozialnetz am besten gefuettert ist.
pom_muc 08.04.2011
3. .
Zitat von Robert B.Bitte durchreichen an die verantwortlichen Kriegesherren GB und F.
Dauert wohl noch eine Weile bei Ihnen bis es sickert dass in Lampedusa hauptsächlich Wirtschaftsmigranten aus Tunesien sitzen.
Glasperlenspiel, 08.04.2011
4. Wahrscheinlich ist das kontraproduktiv, ...
... aber dem kleinen Malta sollte man vielleicht schon helfen.
Lavajürgen 08.04.2011
5. Titel
Endlich bekommen wir die dringend benötigten 500k Talente pro Jahr, die der DIW fordert. http://www.tagesspiegel.de/politik/wirtschaftsforscher-fordert-500-000-zuwanderer-pro-jahr/1928514.html
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