Innenministerium Millionen Ausländer sollen Fingerabdruck abgeben

Auf dem Dokument werden zwei Fingerabdrücke und ein digitales Foto gespeichert: Innenminister de Maizière plant laut einem Zeitungsbericht eine elektronische Aufenthaltskarte für Ausländer. Sie soll für die rund 4,3 Millionen Nicht-EU-Bürger in Deutschland eingeführt werden.
Innenminister de Maizière: 4,3 Millionen Aufenthaltskarten für Nicht-EU-Bürger

Innenminister de Maizière: 4,3 Millionen Aufenthaltskarten für Nicht-EU-Bürger

Foto: Michael Sohn/ AP

Thomas de Maizière

Berlin - Wer kein EU-Bürger ist und keinen deutschen Pass besitzt, soll bald seine Fingerabdrücke in den Ausländerbehörden abgeben. Bundesinnenminister (CDU) plant für die Angehörigen von Drittstaaten eine elektronische Aufenthaltskarte mit einer Gültigkeitsdauer von maximal zehn Jahren, wie die "Welt" berichtet.

Auf dem Dokument im Scheckkartenformat befinde sich ein Chip, auf dem neben zwei Fingerabdrücken auch ein digitales Foto des Inhabers gespeichert werden soll. Eine Zusatzfunktion solle dem Karteninhaber als Identitätsnachweis im Internet dienen.

Hans-Peter Uhl, CSU-Innenexperte im Bundestag, geht davon aus, dass insgesamt 4,3 Millionen Drittstaatler das neue Dokument benötigen werden und dazu in den Ausländerbehörden Fingerabdrücke abgeben müssen. "Das kann auch ausländische Familienangehörige von EU-Bürgern betreffen", sagte Uhl. Die Karte solle einen besseren Gesamtüberblick darüber ermöglichen, wie viele Angehörige von Drittstaaten in der EU leben und welchen Aufenthaltsstatus sie haben.

Laut Innenministerium wird sich die ab 1. Mai 2011 geplante Einführung der Karte über mehrere Jahre hinziehen. Demnach werden "jährlich rund 1,1 Millionen Ausländer aus Drittstaaten" einen Aufenthaltstitel neu beantragen oder verlängern. Das Ministerium sieht die Aufenthaltskarte als Mittel, um illegale Einwanderung und illegale Aufenthalte besser zu bekämpfen und zu verhindern.

Das Haus von de Maizière will dem Bericht zufolge die Karte "noch in diesem Jahr" bundesweit in 19 Ausländerbehörden testen. Die Probeläufe sollen laut Ministerium "ohne Beteiligung von antragstellenden Ausländern" in den zuständigen Behörden der Städte Dresden, Halle, Herne, Köln, München und Nürnberg stattfinden. Außerdem sind in der Pilotphase die Landratsämter Augsburg, Aschaffenburg, Ansbach, Bamberg, Rhein-Neckar-Kreis und Neu-Ulm sowie das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten in Berlin beteiligt.

hen/apn/dpa
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