Integration Schröder will Kitas mit hohem Migrantenanteil fördern

Familienministerin Schröder macht sich für eine verbesserte Integration von Migranten im Kindesalter stark. Dafür will sie Tausende zusätzliche Stellen in Kindertagesstätten schaffen. Für integrationsunwillige Jugendliche fordert sie höhere Strafen - bis hin zur Ausweisung.

Kristina Schröder: "Grundsätzlich feindliche Einstellungen gegenüber anderen Gruppen"
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Kristina Schröder: "Grundsätzlich feindliche Einstellungen gegenüber anderen Gruppen"


Berlin - "Du Christ!", "Du Deutscher!": Das sind inzwischen als Beschimpfungen gemeinte Ausrufe auf Schulhöfen in Deutschland. Familienministerin Kristina Schröder hat solche Anwürfe als Deutschenfeindlichkeit bei muslimischen Jugendlichen kritisiert und Konsequenzen gefordert. Sie sagte der "Bild"-Zeitung: "Solche Beschimpfungen sind bei Jugendlichen leider in bestimmten Gegenden alltäglich - auf Schulhöfen, aber auch in U-Bahnen. Es geht um grundsätzlich feindliche Einstellungen gegenüber anderen Gruppen - und das richtet sich vor allem gegen Deutsche und Christen. Dagegen müssen wir genauso entschieden vorgehen wie gegen Ausländerfeindlichkeit."

Die CDU-Politikerin kündigte als Maßnahme zur besseren Eingliederung von Migranten bereits im Kindesalter an, in 4000 Kindertagesstätten mit hohem Migranten-Anteil zusätzliche Erzieherstellen zur Sprach- und Integrationsförderung zu schaffen. Im kommenden Jahr soll damit begonnen werden. Das Ministerium gab am Dienstag bekannt, dass dafür zwischen 2011 und 2014 rund 400 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Es sollen vor allem in sozialen Brennpunkten "Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration" entstehen.

"Wichtig ist, dass wir mit der Förderung so früh wie möglich anfangen", erklärte die Ministerin. "Je früher der kleine Ali, der kleine Max und die kleine Mia in allen Sinnen des Wortes 'die gleiche Sprache sprechen' umso besser." Die entsprechende Initiative mit dem Titel "Offensive Frühe Chancen" richte sich vor allem an Kinder unter drei Jahren, die Hilfe bei ihrer sprachlichen Entwicklung bräuchten. "Wir verbessern die Betreuungsrelation und stellen sicher, dass die Kinder in einem Alter unterstützt werden, wo Förderung besonders effektiv ist."

Ausweisung als "ultima ratio"

In der "Bild"-Zeitung erklärte sie zudem, sie unterstütze jene Bundesländer, die eine Vorschulpflicht ab dem 5. Lebensjahr einführen wollen. Schröder forderte harte Strafen bis hin zur Ausweisung für kriminelle, integrationsunwillige Jugendliche: "Ich bin grundsätzlich für deutliche Strafen, die möglichst schnell erfolgen - unabhängig von der Nationalität des Täters. Das Instrument der Ausweisung ist dabei ja keine Strafe im Sinne des Strafgesetzbuchs. Es ist ein ordnungsrechtliches Instrument, das bei bestimmten Jugendlichen leider die Ultima Ratio ist. Und das ist auch richtig so."

Deutschenfeindlichkeit diagnostizierte sie bei einem "leider nicht geringen Anteil muslimischer Jugendlicher". Als Gründe für aggressives Verhalten nannte sie mangelnde Bildung, falsche Freunde, aber auch Macho-Normen und Gewalterfahrungen in der Familie. Schröder: "Dabei regt es mich auf, wenn so getan wird, als hätte das alles damit zu tun, dass diese Gesellschaft gegenüber diesen Jugendlichen nicht freundlich genug ist. Wenn bestimmte Strömungen des Islam ein Überlegenheitsgefühl gegenüber Nichtmuslimen vermitteln, wenn Frauen nur dann als würdevoll gelten, wenn sie bestimmte Kleidungsvorschriften einhalten und wenn Homosexuelle dort als minderwertig behandelt werden, dann ist das Teil des Problems."

Schröder äußerte sich gegenüber der "Bild"-Zeitung kurz vor dem nächsten Integrationsgipfel im Kanzleramt. Es ist bereits das vierte hochrangige Treffen dort zu dem Thema. Dabei soll unter anderem ein Aktionsplan zur Umsetzung des Nationalen Integrationsplans auf den Weg gebracht werden.

ler/dpa/AFP



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ryul 02.11.2010
1.
Zitat von sysopFamilienministerin Schröder macht sich für eine verbesserte Integration von Migranten im Kindesalter stark.*Dafür will sie Tausende zusätzliche Stellen in Kindertagesstätten schaffen. Für integrationsunwillige Jugendliche fordert sie höhere Strafen - bis hin zur Ausweisung. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,726663,00.html
Frau Schröder sollte erstmal genug und vor allem bezahlbare Plätze für die eigentlichen Deutschen schaffen. Und höhere Strafen bringen bei den Integrationsverweigerern sowieso nichts, ausweisen ist das einzig wirksame Mittel auf der Welt was dauerhaft funktioniert.
hatem1 02.11.2010
2. Integration ist eine Bringschuld
Zitat von sysopFamilienministerin Schröder macht sich für eine verbesserte Integration von Migranten im Kindesalter stark.*Dafür will sie Tausende zusätzliche Stellen in Kindertagesstätten schaffen. Für integrationsunwillige Jugendliche fordert sie höhere Strafen - bis hin zur Ausweisung. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,726663,00.html
Die Förderung von Kitas mit hohem Migrantenanteil, wie Frau Schröder sie will, ist richtig. Jedoch muss auf die nicht integrierten Erwachsenden mehr Druck ausgeübt werden. Integration ist eine Bringschuld. Die Bringschuld jedes Menschen, der in ein anderes Land kommt. Schließlich heißt das Verb: SICH integrieren. Wenn muslimische Migranten im Vergleich zu nicht-muslimischen Migranten damit solche Probleme haben, dann sollten sie hier nicht leben. Da aber das deutsche Sozialsystem so attraktiv ist, muss endlich begonnen werden, Zuwanderung zu STEUERN. Migranten, die hier leben, sollten zu Sprachtests verpflichtet werden. Sollten sie diese nicht bestehen, muss ein verpflichtender Sprachkurs absolviert werden. Nichtteilnahme muss sanktioniert werden.
Marsupial, 02.11.2010
3. soso...
Zitat von sysopFamilienministerin Schröder macht sich für eine verbesserte Integration von Migranten im Kindesalter stark.*Dafür will sie Tausende zusätzliche Stellen in Kindertagesstätten schaffen. Für integrationsunwillige Jugendliche fordert sie höhere Strafen - bis hin zur Ausweisung. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,726663,00.html
...Jugendliche ausweisen. Wie soll das gehen? Da wird Frau Schröder aber mit Straßburg zu tun bekommen.
pseudokater 02.11.2010
4. -
Was bitte? Förderung für Migranten? Förderung für jeden wenn schon.
dissidenz 02.11.2010
5. Mal kurz in den Presseticker geschaut...
... anbei einige beispielhafte Kommentare der Gegenseite dazu: Frau Künast verteidigt das Konzept einer multikulturellen Gesellschaft. "Multikulti drücke verschiedene Lebensweisen, Vorlieben, Sitten und Gebräuche aus, nichts aber über Recht und Gesetz und Sprache". Außerdem spräche man lieber von einer multikulturellen Demokratie. (Ach so ist das...?!) Außerdem bedankte sich Herr Wowereit beim Bundespräsidenten für dessen mutigen Reden zur Integration. Seine Äußerungen wonach der Islam zu Deutschland gehöre, sei "IN BERLIN GELEBTE WIRKLICHKEIT". "Muslime hätten in der Stadt die Freiheit Moscheen zu bauen" (Na dann herzlichen Glückwunsch) usw. usf. Es gibt keine Probleme. Begreift es doch endlich...
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