Integration Zahl der staatlich unterstützten Asylbewerber sinkt erneut

Rund 411.000 Asylbewerber bezogen im vergangenen Jahr staatliche Leistungen. Das ist ein Rückgang um zwölf Prozent im Vergleich zu 2017.

Asylbewerberunterkunft in Kiel (Archivaufnahme)
Markus Scholz/ DPA

Asylbewerberunterkunft in Kiel (Archivaufnahme)


Die Zahl der Empfänger von Asylbewerberleistungen hat sich im vergangenen Jahr deutlich reduziert. Insgesamt bezogen Ende 2018 rund 411.000 Asylbewerber diese staatlichen Leistungen, 58.000 oder zwölf Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Nach dem Höchststand im Jahr 2015 mit fast einer Million Bezieher habe sich die Zahl der Leistungsempfänger damit das dritte Jahr in Folge verringert.

Noch etwas stärker reduzierten sich mit einem Minus von 17 Prozent die staatlichen Bruttoausgaben für die Leistungen: Sie sanken auf 4,9 Milliarden Euro. Weil außerdem 205 Millionen Euro bereits gewährte Hilfen wieder zurückflossen, hatte der Staat Nettoausgaben von knapp 4,7 Milliarden Euro.

Zwei Drittel der Leistungsempfänger waren Männer

Leistungsberechtigt sind Ausländer, die sich in Deutschland aufhalten und die Voraussetzungen des Asylbewerberleistungsgesetzes erfüllen. Nicht zu dieser Gruppe zählen Asylbewerber, die bereits anerkannt sind. Auch Ausländer, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft erhalten haben, entfallen nicht auf diese Statistik.

Die Zahl der Minderjährigen habe bei 31 Prozent gelegen. 68 Prozent der Betroffenen sei zwischen 18 Jahre und 64 Jahre gewesen, etwa ein Prozent älter. Neben den Regelleistungen kann nach dem Gesetz auch Unterstützung bei besonderen Lebenslagen wie etwa bei Krankheit, Schwangerschaft oder Geburt gewährt werden.

Unter den Leistungsempfängern waren den Angaben zufolge knapp zwei Drittel (64 Prozent) Männer. Gut die Hälfte der Empfänger (220.000) stammen aus Asien, Afghanen hatten in dieser Gruppe mit 63.000 Berechtigten, gefolgt von Irakern mit 43.000 Leistungsempfängern und Syrern (23.000), den größten Anteil. Aus Afrika stammten 96.000 Bezieher, aus Europa 83.000.

als/AFP/dpa



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