Integrationsdebatte ARD-Umfrage zeigt Zunahme der Islamfeindlichkeit

37 Prozent der Deutschen hielten es für besser, wenn es in der Bundesrepublik keinen Islam gebe. Das zeigt eine Umfrage für das ARD-Magazin "Report Mainz". Fast ebenso viele machen sich Sorgen, die Religion könne sich zu sehr ausbreiten.

Demonstration von Pro NRW (Mai 2010): 37 Prozent für ein Deutschland ohne Islam
dapd

Demonstration von Pro NRW (Mai 2010): 37 Prozent für ein Deutschland ohne Islam


Berlin/Mainz - Die Islamfeindlichkeit in Deutschland nimmt nach einem ARD-Bericht zu. Das Magazin "Report Mainz" beruft sich dabei auf eine eigens in Auftrag gegebene Umfrage von Infratest-dimap. Demnach finden 37 Prozent, dass ein Deutschland ohne Islam besser wäre. 44 Prozent meinen, seit der Debatte über die Integrationsthesen des ausgeschiedenen Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin könne man sich trauen, den Islam offener zu kritisieren. 35 Prozent der rund 1000 Befragten machen sich zudem "große Sorgen, dass sich der Islam in unserer Gesellschaft zu stark ausbreitet".

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie der Universität Leipzig für die Friedrich-Ebert-Stiftung, die am Mittwoch vorgestellt werden soll. Für die Untersuchung über rechtsextreme Einstellungen in Deutschland wurde die Islamfeindlichkeit als Teilaspekt abgefragt. Der wissenschaftliche Leiter der Leipziger Studie, Oliver Decker, sagte der ARD: "Die Menschen äußern sehr viel leichter, was sie an Ressentiments haben. Es besteht die Gefahr, dass dadurch auch ein demokratischer Konsens kippt in der Umgangsweise mit Migrantinnen und Migranten."

Die kontroverse Debatte über Muslime in Deutschland zeige Wirkung, sagte die Migrationsforscherin Naika Foroutan von der Humboldt-Universität Berlin: "Wenn man Muslime immer wieder mit den Wörtern von Kriminalität, Integrationsverweigerung und Bildungsrückstand, sogar teilweise mit genetischen Defekten und Unzucht in Verbindung bringt, dann ist das etwas, was gefährlich ist." Nach Recherchen von "Report Mainz" bekommen Wissenschaftler, die sich kritisch zu den Thesen Sarrazins äußern, Morddrohungen und hunderte Hass- beziehungsweise Droh-E-Mails.

ore/dpa/dapd



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Robert B., 11.10.2010
1. .
Zitat von sysop37 Prozent der Deutschen hielten es für besser, wenn es in der Bundesrepublik keinen Islam gebe. Das zeigt eine Umfrage für das ARD-Magazin "Report Mainz". Fast eben so viele machen sich Sorgen, die Religion könne sich zu sehr ausbreiten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,722521,00.html
Bitte präziser. 37% von 1000 Befragten, nicht der Deutschen. Dann stellt sich noch die Frage, welche 1000 da befragt wurden. Nach den meisten Onlinebefragungen zum Thema, liegt die Ablehnung des Islam deutlich höher. Je nach Quelle bei 60-90% Ablehnung.
mexi42 11.10.2010
2. Allmählich ...
wacht man auf und erkennt die Probleme. Nur: eine Lösung ist nicht in Sicht.
arinari 11.10.2010
3. ?
Zitat von sysop37 Prozent der Deutschen hielten es für besser, wenn es in der Bundesrepublik keinen Islam gebe. Das zeigt eine Umfrage für das ARD-Magazin "Report Mainz". Fast eben so viele machen sich Sorgen, die Religion könne sich zu sehr ausbreiten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,722521,00.html
Nur so wenig? Ich glaube es sind viel mehr, die dem Islam kritisch gegenüberstehen. Viele wollen nicht von Religionen und ihren Selbstdarstellungen belästigt werden, nachdem sie selbst aus der Kirche ausgetreten sind oder mit Kirche u.Religion nichts mehr zu tun haben.
c++ 11.10.2010
4. .
Wieso werden eigentlich Bürger, die sich über den wachsenden Einfluss des Islam Sorgen machen, sehr schnell als rechtsradikal bezeichnet, diejenigen, die gegen einen wachsenden Einfluss von Papst, Kardinälen und Bischöfe sind, dagegen als Vorzeigedemokraten oder gar links? Muss man rechts oder rechtsradikal sein, um den wachsenden Einfluss einer Religion zu befürchten, die in großen Teilen noch in der Voraufklärung, im Mittelalter des Orient verwurzelt ist, ist man nicht eher links, wenn man für die Aufklärung eintritt, für eine säkulare Ordnung? Es sei dringend davor gewarnt, Verteidiger der liberalen, freiheitlichen, säkularen Ordnung, die in Deutschland in harten Auseinandersetzungen auch mit religiösen Kräften erstritten wurde, in die rechte Ecke zu stellen, leicht wird daraus ein self fullfilling prophecy, wird rechts der neue Markenname für Liberalismus, Demokratie, Säkularismus, Menschenrechte und Aufklärung.
Skepticmind 11.10.2010
5. -
Zitat von Robert B.Bitte präziser. 37% von 1000 Befragten, nicht der Deutschen. Dann stellt sich noch die Frage, welche 1000 da befragt wurden. Nach den meisten Onlinebefragungen zum Thema, liegt die Ablehnung des Islam deutlich höher. Je nach Quelle bei 60-90% Ablehnung.
Onlinebefragungen lassen sich aber auch einfacher manipulieren durch Mehrfachabstimmungen.
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