Integrationsdebatte Schröder will keine Lehrerinnen mit Kopftuch

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat das Tragen von Kopftüchern bei Lehrerinnen an Schulen abgelehnt. In einer Fernsehsendung fordert er von den hier lebenden Ausländern mehr Integrationswillen: Gesetzestreue und die Bereitschaft, Deutsch zu lernen.

Hamburg - Schröder sagte in der ARD-Sendung "Beckmann" laut vorab veröffentlichten Zitaten: "Wenn eine junge Frau in der Gesellschaft ein Kopftuch tragen möchte, halte ich das für tolerabel. Wenn sie es als Angehörige im Öffentlichen Dienst tun möchte, würde ich sagen: Nein, da erwarten wir eine andere Weise, sich anzuziehen."

Schröder warnte, durch die mangelnde Integration von Einwanderern entstünden Parallelgesellschaften. "Wer hier lebt und sich integrieren will, der muss sich an die gesetzgeberischen Regeln halten und er muss unsere Sprache lernen", sagte er.

Schröder erwartet Merkel als Kanzlerkandidatin

Auch zur Kanzlerfrage bei der Opposition äußerte sich der Bundeskanzler. Schröder erwartet CDU-Chefin Angela Merkel als Kontrahentin bei der Bundestagswahl 2006. Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber mache ganz eindeutig den Eindruck, dass er will, sagte Schröder und fügte hinzu: "Aber ich glaube, dass die Union gar keine andere Chance hat, als Frau Merkel zu nominieren. Man kann sich ja nicht ständig von dem kleineren Partner vorschreiben lassen, was man zu tun hat."

Gleichzeitig lehnte er weitere Umbauaktionen im Kabinett ab. "Ich bin mit meiner Regierungsmannschaft sehr glücklich. Ich schließe eine Kabinettsumbildung bis zur Bundestagswahl 2006 aus - es sei denn, jemandem passiert gesundheitlich etwas, dann müsste ich natürlich handeln", sagte Schröder in der ARD-Sendung, die am Montag ausgestrahlt wird.

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