Nach Vertreibung aus Mossul Bundestagsvize Singhammer fordert Aufnahme irakischer Christen

Die Dschihadisten-Miliz "Islamischer Staat" hat Tausende Christen aus Mossul im Irak vertrieben. Der CSU-Bundestagsvize Singhammer will nun ein neues Flüchtlingskontingent für diese Menschen in Deutschland schaffen.

Irakische Christen in Mossul fliehen vor der IS-Drohung: "Eine der schlimmsten Nachrichten der letzten Jahre"
DPA

Irakische Christen in Mossul fliehen vor der IS-Drohung: "Eine der schlimmsten Nachrichten der letzten Jahre"


Berlin - Der Bundestagsvize Johannes Singhammer hat sich besorgt über die Lage der Christen im Irak geäußert. Angesichts der Vertreibung aus der irakischen Großstadt Mossul sprach sich der CSU-Politiker dafür aus, ein Flüchtlingskontingent für verfolgte Christen aus dem Land aufzubauen.

"Wir müssen christliche Flüchtlinge aufnehmen. Vor allem auch deshalb, weil die Betroffenen in dem zunehmend christenfeindlichen Umfeld aus überwiegend islamischen Staaten kaum eine sichere Zuflucht finden", sagte Singhammer der "Saarbrücker Zeitung". Die Ereignisse im Irak seien "eine der schlimmsten Nachrichten der letzten Jahre".

Singhammer rief die muslimischen Organisationen in Deutschland auf, "einmal Klartext zu reden und sich für die Christen und gegen deren Vertreibung aktiv einzusetzen". Das solle auch Thema der nächsten Islamkonferenz sein. Die Dschihadisten-Gruppe "Islamischer Staat", kurz IS, hatte vergangene Woche den Christen von Mossul per Flugblatt und über Lautsprecher ein Ultimatum gestellt, zum Islam zu konvertieren oder die Stadt zu verlassen. Andernfalls drohe ihnen der Tod. Daraufhin waren Tausende Christen aus Mossul in die nahe gelegenen Kurdengebiete geflohen.

Singhammer: Antisemitische Hetzer missbrauchen Gastrecht

Schon seit der Frühzeit des Christentums lebt eine christliche Minderheit in Mossul, seit einigen Jahren sehen sich die Menschen dort nun Angriffen ausgesetzt. Vor der US-Invasion lebten Schätzungen zufolge rund eine Million Christen im Irak, davon 600.000 in Bagdad und 60.000 in Mossul, doch wanderten seitdem viele von ihnen aus.

Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit, der 57 muslimische Staaten angehören, nannte die Vertreibungen aus Mossul "ein inakzeptables Verbrechen" und sagte Hilfe zu. Auch der Uno-Sicherheitsrat verurteilte die Vertreibungen und sprach von einem "Verbrechen gegen die Menschlichkeit".

Singhammer forderte muslimische Elternhäuser und deren Umfeld auf, mehr zu tun, damit ihre Kinder nicht in den radikalen Islamismus abdrifteten. Zudem sagte der CSU-Politiker, es solle Konsequenzen bei der Staatsbürgerschaft geben: "Leute, die sich islamistischen Haltungen verschrieben haben und in Länder des Nahen Ostens fahren, um dort Andersgläubige zu massakrieren, oder die so etwas unterstützen, dürfen nicht Deutsche werden." Wer eine "solche antijüdische Grundhaltung" zeige wie einige Demonstranten bei propalästinensischen Demonstrationen in deutschen Städten, missbrauche sein Gastrecht.

kes/AFP



insgesamt 65 Beiträge
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Seite 1
Niedere Ängste 23.07.2014
1. Endlich mal ein klares Wort.
Es wäre schön wenn die Haltung von Herrn Singhammer auch Konsequenzen hätte.
kuac 23.07.2014
2.
Warum nach DE? Sie sollen alle ins Land von GWB, der Verursacher der Krise.
apalanca 23.07.2014
3. Religionszugehörigkeit
Die Religionszugehörigkeit darf nocht Grund der Hilfestellung sein. Es ist ein Akt der Menschlichkeit hilfsbedürftigen Menschen zu helfen. Ob Moslem oder Christ. Falsch fände ich die Ausgrenzung von Moslems aufgrund ihres Glaubens!
20099 23.07.2014
4.
Zitat von sysopDPADie Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" hat Tausende Christen aus Mossul im Irak vertrieben. Der CSU-Bundestagsvize Singhammer will nun ein neues Flüchtlingskontingent für diese Menschen in Deutschland schaffen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/irak-bundestagsvize-singhammer-fordert-aufnahme-irakischer-christen-a-982462.html
Herr Bundestagsabgeordneter Singhammer! Das sind keine Gäste! Das sind Deutsche! IHR Staatsbürgerschafts- und Doppelpass-Gesetz hat sie massenhaft dazu gemacht und das ist alles erst der Anfang! SIE und die CDU/CSU etablieren Rassismus, Judenhass und Islamfaschismus in Deutschland! Da helfen keine beschönigenden Worte! SIE sind verantwortlich!
oberallgaeuer 23.07.2014
5. Und weshalb nur Christen?
Sind die Christen mehr wert als die andern?
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