Irak-Krise Schröder fordert höheren Druck auf Saddam Hussein

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die internationale Staatengemeinschaft aufgerufen, den Druck auf Irak zu erhöhen. Nur wenn das gelänge, könne Saddam Hussein ohne Anwendung von militärischer Gewalt entwaffnen zu können.


Vantaa - Auf einer Wahlkampfveranstaltung der finnischen Sozialdemokraten in Vantaa sagte Schröder am Samstag, die Waffenkontrolleure Hans Blix und Mohamed El Baradei hätten im Uno-Sicherheitsrat erklärt, dass die Kooperation Iraks mit den Kontrolleuren noch nicht gut genug sei. "Also müssen wir internationalen Druck entfalten, dass sie noch besser wird."

Die obersten Uno-Inspektoren hätten aber auch festgestellt, dass die Kooperation besser geworden sei "und die Arbeit der Inspektoren der Weg ist, auf dem man die friedliche Entwaffnung des Irak erreichen kann". Daher müsse den Inspekteuren die Zeit gegeben werden, die sie beanspruchten. Zudem sollte die Weltgemeinschaft den Inspekteuren all das zur Verfügung stellen, was sie zusätzlich benötigten.

Daher unterstütze er die Vorschläge, die Frankreichs Außenminister Dominique de Villepin im Sicherheitsrat zur Ausweitung und Intensivierung der Kontrollen gemacht habe. "Es gibt nach wie vor die Chance, den irakischen Diktator ohne Krieg zu entwaffnen."

Die USA wollen nach dem Rückschlag für die Befürworter eines Militärschlages gegen Irak im Uno-Sicherheitsrat dem arabischen Land nur begrenzt Zeit lassen, die Uno-Abrüstungsauflagen zu erfüllen. "Wir sprechen über Wochen", hatte US-Außenminister Colin Powell am Freitag nach der Sitzung des Rates erklärt. Er verwies auf den 1. März, an dem die Waffeninspektoren einer früheren Uno-Resolution gemäß erneut über den Stand ihrer Kontrollen berichten müssten.

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