Irak-Wiederaufbau Thierse will faire Beteiligung

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hat eine faire Beteiligung deutscher Firmen am Wiederaufbau im Irak gefordert.

Berlin - Die Beteiligung der Unternehmen müsse erfolgen "im Rahmen ihrer technologischen Möglichkeiten und zu den üblichen internationalen Wettbewerbsbedingungen, die nicht von einer Macht diktiert werden sollten", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag".

Auch SPD-Fraktionsvize Gernot Erler forderte als Ausgleich für die finanzielle Unterstützung eine angemessene Berücksichtigung deutscher Firmen. Ein Ausschluss wäre "beispiellos", wird Erler zitiert.

Auch aus CDU und CDU waren in den vergangenen Tagen ähnliche Forderungen laut geworden, so vom stellvertretenen Unios-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz und dem bayerischen CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber.

Klose: Rot-Grün soll sich zurückhalten

Dagegen hat der SPD-Außenpolitikers Hans-Ulrich Klose gefordert, die rot-grüne Regierungskoalition ch solle sich mit Forderungen zur Nachkriegsordnung im Irak zurückhalten. "Die Bundesregierung sollte stattdessen eher daran arbeiten, die Brüche, die in Europa wegen des Krieges eingetreten sind, zu überwinden. Sie sollte auch alles unternehmen, um mit den USA wieder ein besseres Verhältnis zu bekommen", sagte Klose der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Dies schließe nicht aus, gleichzeitig Bereitschaft zur Hilfe im Irak zu zeigen. "Zu mehr hat die Bundesregierung aber keine Legitimität", meinte Klose, der stellvertretender Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags ist. "Sie hat vorher gesagt, was immer die Uno beschließen: Wir sind in einem Krieg nicht dabei. Und jetzt drängt sie, dass die Uno die Nachkriegsordnung festlegen, um dabei zu sein. Ich sehe da einen gewissen Widerspruch."

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.