Irakkrise Stoibers vielsagendes Schweigen

Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber setzte sich in einem Punkt vom Kurs der Unions-Fraktion in Berlin ab. Er verzichtete ausdrücklich auf eine Erklärung zugunsten eines Ultimatums.

Berlin - Zunächst hatte Stoiber erklärt, er bedaure, dass die Anwendung militärischer Gewalt wahrscheinlicher geworden sei. Es sei ein schwerer Rückschlag für die Weltgemeinschaft, dass der Sicherheitsrat keine geschlossene Haltung in der Frage der Entwaffnung des Irak gewahrt habe. Das Ultimatum biete Saddam Hussein eine letzte Chance zur Wahrung des Friedens, so der bayerische Ministerpräsident und Ex-Kanzlerkandidat. Mit seinen Worten hielt sich der CSU-Vorsitzende im Rahmen der Erklärung, die am Vormittag von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin mit großer Mehrheit beschlossen worden war. Dann aber überraschte Stoiber mit einem vielsagenden Schweigen.

Auf die im Fraktionsbeschluss enthaltene ausdrückliche Unterstützung eines Ultimatums verzichtete der CSU-Chef. Damit ging er auf vorsichtige Distanz zum Merkel-Kurs.

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