Richard Grenell verteidigt umstrittenen Tweet US-Botschafter in Deutschland will weiter "Klartext" reden

Deutsche Unternehmen sollten Geschäfte mit dem Iran sofort unterbinden. Das hatte der neue deutsche US-Botschafter gefordert - und viel Kritik geerntet. Nun hat er seine Aussage verteidigt.
US-Botschafter für Deutschland Richard Allen Grenell

US-Botschafter für Deutschland Richard Allen Grenell

Foto: Michael Sohn/ AP

Der neue US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat seine viel kritisierte Forderung, deutsche Unternehmen sollten ihre Geschäfte im Iran "sofort runterfahren", verteidigt. Er habe "einen anderen Stil", sagte Grenell den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Da will ich ganz ehrlich sein." Er sagte weiter: "Die Diplomatie, die im Gruppendenken verhaftet ist, hat großen Schaden angerichtet: Nordkorea ist auf dem Weg zur Atommacht - und in Syrien findet seit Jahren ein Völkermord statt. Ich bin gegen Gruppendenken in der Diplomatie."

Grenell fügte in den Funke-Zeitungen hinzu: "Wenn man Krieg vermeiden will, verfügt man besser über Diplomaten, die bereit sind, hart zu sein." Diplomat zu sein, bedeute für ihn, Klartext zu sprechen - gerade gegenüber Freunden. Auf die Frage, was mit deutschen Firmen geschehen solle, die weiter Geschäfte mit dem Iran machten, sagte Grenell: "Diese Frage muss die deutsche Regierung beantworten, nicht wir."

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag den Ausstieg seines Landes aus dem Atomabkommen mit dem Iran und die Wiedereinsetzung von Sanktionen gegen das Land angekündigt. Grenell teilte seine Forderung anschließend via Twitter mit. Er war nur wenige Stunden zuvor von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier akkreditiert worden.

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SPD-Chefin Andrea Nahles sagte dazu, es sei zwar nicht ihre Aufgabe, Diplomatie zu lehren. "Aber ein bisschen Nachhilfe scheint er (Grenell) zu gebrauchen." Die Linke forderte die Einbestellung Grenells ins Auswärtige Amt. Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, riet Grenell auf Twitter, die Politik seines Landes zu erklären, aber niemals dem Gastland zu sagen, was es zu tun habe.

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ans/dpa