Krieg im Irak und Syrien Niedersachsen will traumatisierte IS-Opfer aufnehmen

Sie sollen besondere Betreuung erhalten und therapiert werden: Niedersachsen will Dutzende Opfer des islamistischen Terrors der IS-Miliz unterbringen. Die traumatisierten Frauen und Kinder stammen aus dem Nordirak.

Jesiden in Hannover (im August 2014): Niedersachsen will IS-Opfer aufnehmen
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Jesiden in Hannover (im August 2014): Niedersachsen will IS-Opfer aufnehmen


Baden-Württemberg hat es vorgemacht, nun zieht das nächste Bundesland nach: Niedersachsen will mit einem Sonderprogramm traumatisierte Frauen und Kinder aus dem Nordirak aufnehmen. Rund 40 Betroffene sollen nach Angaben der Staatskanzlei in Hannover im Herbst nach Deutschland kommen und in verschiedenen Kommunen untergebracht werden. Die Frauen und ihre Kinder wurden im Nordirak Opfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

"Das ist eine humanitäre Geste", sagte ein Regierungssprecher in Hannover der Nachrichtenagentur dpa. Die Betroffenen sollen demnach schnell und unbürokratisch besondere Betreuung und therapeutische Hilfe erhalten. Weitere Details will die Staatskanzlei aus Rücksicht auf das besondere Schutzbedürfnis der Frauen nicht nennen.

Die Landesregierung rechnet mit Kosten von 7,9 Millionen Euro für das Projekt. Im aktuellen Nachtragshaushalt sind davon bereits 1,1 Millionen Euro eingestellt. Niedersachsen folgt mit dem Programm dem Vorbild Baden-Württembergs, das Ende vergangenen Jahres ein Sonderprogramm für bis zu tausend traumatisierte Frauen und Mädchen aus dem Nordirak aufgelegt hat.

Die Dschihadisten des IS haben in Syrien und im Irak große Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht und dort ein islamistisches Terrorregime errichtet. Vor allem gegen ethnische und religiöse Minderheiten geht die Miliz in ihrem "Kalifat" mit äußerster Härte vor. Schiiten und Jesiden etwa werden systematisch verfolgt und getötet, Frauen oftmals sexuell missbraucht.

mxw/dpa

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