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14. Oktober 2017, 08:49 Uhr

Debatte in den eigenen Reihen

De Maizière prallt mit Vorschlag zu muslimischem Feiertag ab 

Muslimische Feiertage in Deutschland? Politiker von CDU und CSU sprechen sich gegen den Vorschlag aus, der Zentralrat der Muslime in Deutschland ist dafür.

Mit seinen Überlegungen zur Einführung eines muslimischen Feiertags in Teilen Deutschlands stößt Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) auf Kritik in den eigenen Reihen. "Unser christliches Erbe ist nicht verhandelbar", sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt der "Bild"-Zeitung. "Islam-Feiertage in Deutschland einzuführen, kommt für uns nicht in Frage."

Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach sagte derselben Zeitung: "Bei uns kann nun wirklich jeder nach seiner Façon selig werden. Das gilt auch für das Feiern religiöser Feste. Eine andere Frage ist, ob der Staat zukünftig auch nicht christliche Feiertage unter den Schutz einer gesetzlichen Regelung stellen soll."

Auch der CSU-Innenexperte Stephan Mayer lehnte de Maizières Vorstoß ab: "Deutschland ist über Jahrhunderte durch die christliche Tradition geprägt und bestimmt worden. Daran hat sich bis heute nichts geändert."

De Maizière hatte sich bei einer Wahlkampfveranstaltung in Wolfenbüttel offen gezeigt, in bestimmten Regionen Deutschlands muslimische Feiertage einzuführen. Allerheiligen sei auch nur dort Feiertag, wo viele Katholiken lebten. "Wo es viele Moslems gibt, warum kann man nicht auch mal über einen muslimischen Feiertag nachdenken."

"Der Ramadan und das Opferfest bieten sich an"

Zugleich hatte er betont: "Aber generell sind unsere Feiertage christlich geprägt. Und das soll auch so bleiben."

Dazu sagte CSU-Vize Manfred Weber der "Passauer Neuen Presse": "Feiertage stehen vor allem für die religiöse Prägung eines Landes und nicht für einzelne Bevölkerungsgruppen." Die Integration muslimischer Mitbürger werde nicht durch die Einführung von Feiertagen besser gelingen.

Unterstützung für die Idee hingegen kam vom Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek. Ein solcher Feiertag könne integrationsfördernd wirken, sagte Mazyek der "Passauer Neuen Presse" vom Samstag. Er würde deutlich machen, dass Muslime Teil der Gesellschaft seien und es "Verständnis untereinander für ein gutes und friedliches Zusammenleben" gebe. "Der Ramadan und das Opferfest bieten sich an."

boj/dpa/AFP

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