Islam Proteste gegen ersten Moschee-Neubau in Ostdeutschland

Hunderte Gegner protestierten, die Polizei musste die Veranstaltung schützen: Im Berliner Stadtteil Pankow ist der erste Moschee-Neubau Ostdeutschlands eröffnet worden. Eine geplante Kundgebung der rechtsextremen NPD wurde kurzfristig abgesagt.


Berlin - Es war ein feierlicher Termin, aber es kamen auch Gegner: Begleitet von Protesten ist am Donnerstagabend im Berliner Stadtteil Pankow der erste Moschee-Neubau Ostdeutschlands eröffnet worden. Unweit des Moscheegeländes demonstrierten schätzungsweise 300 Anhänger eines Bürgerbündnisses gegen das Gotteshaus. Sie wurden jedoch von einem massiven Polizeiaufgebot in Schach gehalten. Eine zunächst geplante Kundgebung der NPD war kurzfristig abgesagt worden.

"Der Standort dieser Moschee hat keinen Symbolcharakter. Als Moscheebauer darf man nicht wählerisch sein", sagte der Vorsitzende der Ahmadiyya-Gemeinde, Abdullah Uwe Wagishauser, anlässlich der Eröffnung. Die Gemeinde habe vier weitere Grundstücke, darunter drei im Westteil der Stadt, zum Bau des Gotteshauses in Betracht gezogen. Nur in Pankow sei jedoch eine Baugenehmigung erteilt worden.

Die Moschee-Eröffnung fand auch deshalb unter unter massivem Polizeischutz statt, weil während der Bauarbeiten auf das Gebäude ein Brandanschlag verübt worden war. Es gab allerdings auch Befürworter des neuen Gotteshauses, die für Toleranz und Religionsfreiheit demonstrierten.

Im Hinblick auf Bedenken der Anwohner sagte Gemeinde-Pressesprecher Fazal Ahmad: "Die Erfahrung zeigt, dass vorhandene Vorurteile erfolgreich abgebaut werden können." Man wolle "Ängste abbauen", auch sei jeder willkommen, in den Räumen der Moschee zu beten.

hen/AP



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