Islamische Organisation Milli Görüs baut Netz an deutschen Universitäten aus

Mit Studienkongressen und Stipendien an deutsche Unis: Nach einem Bericht des SPIEGEL baut die Organisation Milli Görüs ihr Netz an deutschen Hochschulen aus. Wie der SPIEGEL berichtet, fördert Milli Görüs strengreligiöse Frauen, die wegen des Kopftuchverbots an türkischen Universitäten zum Studieren nach Deutschland kommen.


Hamburg - Die vom Verfassungsschutz beobachtete Organisation Milli Görüs vergebe europaweit jährlich rund 250 Studienstipendien, davon etwa 150 an Frauen, die aufgrund von Kopftuch-Verboten in ihrer Heimat in Deutschland oder Österreich studierten, erklärte Mesud Gülbahar, zuständig für Jugendarbeit in der Milli-Görüs-Zentrale im rheinischen Kerpen, nach einem Bericht des SPIEGEL.

Der Großteil aller Fördergelder – in der Regel 300 bis 400 Euro monatlich – gehe an Studenten in Deutschland, die Stipendienzahl steige. Für März habe Milli Görüs zu einem europaweiten Studententreffen im nordrhein-westfälischen Hagen eingeladen, so der SPIEGEL. "Wir erwarten rund 1500 Studenten überwiegend aus Deutschland – allesamt Mitglieder oder Sympathisanten", erklärte Gülbahar.

Milli Görüs hat in Deutschland etwa 26.500 Mitglieder und steht wegen islamistischer Tendenzen unter Beobachtung der Behörden. Die Organisation setzt sich für eine islamische Gesellschaftsordnung ein.

anr/ddp



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