Terrormiliz Deutsche IS-Rückkehrerin angeklagt

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen eine Deutsche erhoben, die 2015 mit ihren drei Kindern nach Syrien ausgereist war. Ihre Kinder sollen ideologisch indoktriniert worden sein, der Sohn wurde getötet.

Syrien: Eine Frau in einem Camp für Familienmitglieder von IS-Kämpfern
Maya Alleruzzo/ AP

Syrien: Eine Frau in einem Camp für Familienmitglieder von IS-Kämpfern


Im Herbst 2015 soll Carla-Josephine S. mit ihren drei Kindern nach Syrien gereist sein, um sich der Terrormiliz "Islamischer Staat" anzuschließen - gegen den Willen ihres Ehemannes. Ein Sohn kam offenbar 2018 bei einem Angriff von IS-Gegnern ums Leben. Die Bundesanwaltschaft hat nun Anklage gegen die deutsche Staatsbürgerin erhoben.

Sie wirft der Deutschen unter anderem Mitgliedschaft beim IS, die Entziehung dreier Minderjähriger mit konkreter Todesgefahr - davon in einem Fall mit Todesfolge - sowie einen Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vor. Bereits im Juni hatte die Karlsruher Behörde gegen die damals 32-Jährige einen Haftbefehl erwirkt, die im April am Stuttgarter Flughafen festgenommen worden war.

Angeklagte besaß eine Handgranate

S. ließ demnach einen ihrer Söhne in einem IS-Ausbildungslager militärisch ausbilden. Alle Kinder sollen im Sinne der Ideologie der Miliz religiös unterrichtet worden sein. Weil er diese hinterfragte, soll ihr Sohn von der sogenannten Religionspolizei des IS gezüchtigt worden sein. Zudem soll die Frau zusammen mit ihren Kindern bei einer öffentlichen Hinrichtung gewesen sein.

Im Frühjahr 2016 soll S. ein IS-Mitglied geheiratet haben, weil ihr Mann nicht als Kämpfer nach Syrien kommen wollte. Sie ließ sich laut Bundesanwaltschaft die Handhabung eines Sturmgewehrs erklären und besaß eine Handgranate, "um mit dieser bei einem gegnerischen Angriff möglichst viele Angreifer, sich und ihre Kinder zu töten".

Über die Zulassung der Anklage gegen S. und die Eröffnung des Hauptverfahrens muss nun das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheiden.

mes/AFP

insgesamt 108 Beiträge
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Zottelbär 21.10.2019
1. Eine behutsame parlamentarische Resozialisierung
sollte zu gegebener Zeit in Erwägung gezogen werden. Sonst läge eine Benachteiligung etwa mit dem RAF-Terroristen Christian Klar vor.
helmud 21.10.2019
2. Da sträuben sich die Haare
Sowas kann doch nicht wahr sein, das gibt es doch nur in Horrorfilmen, nein, es ist die Wirklichkeit. Wie kann eine Mutter so etwas ihren Kindern antun? Sie gehört weggeschlossen, frei nach Exkanzler Schröder, ich ergänze für sehr lange Zeit.
pr8kerl 21.10.2019
3. Mit aller Härte des Rechtsstaates bestrafen !!
Unschuldige Menschen sind nicht nur beim Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt gestorben. Es gibt überhaupt keine Rechtfertigung, sich einer Terrororganisation anzuschließen, die Menschen tötet, nur des Tötens willen. Ich habe da null komma null Mitleid mit dieser Frau und auch nicht mit ihren Kindern. Sie werden ihr weggenommen und dann sitzt sie ihre Haftstrafe ab. Wir Mitmenschen brauchen so ein Drama nicht, wir wollen Anständigkeit, Nächstenliebe, Verständnis und Hilfe füreinander, keine Mörderbräute.
siryanow 21.10.2019
4.
Jede/r verdient eine Chance. Besonders junge Leute machen manches Mal 'nen grossen -Pardon- Scheiss. Die Welt hat Nazis und jenen die sich entnazifiziert nannten auch eine Chance gegeben . Haben sie diese verdient indem sie jetzt in einigen Regionen Neonazis ca. 25% der Stimmen geben ? Es ist jedoch schon etwas anderes sich einer Gruppierung anzuschließen die über Leichen geht .
heinrich-wilhelm 21.10.2019
5. Für immer
gehört diese Frau, die wissentlich das Leben ihrer Kinder aufs Spiel gesetzt hat , hinter Gitter. Schlimm genug,dass wir dieses Mörderische Subjekt für die weitere Zukunft durchfüttern müssen. Hoffentlich entzieht man ihre Kinder ihrem Einfluss auf Dauer. Unsere Gesellschaft muss diesem mörderischen Gesinnings- Gesindel klare Kante zeigen. Resozialisierung ist sicher hier nicht das Thema. Sie muss büßen für das, was sie anderen angetan hat
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