"Islamischer Staat" Mehrere Kinder von IS-Anhängern nach Deutschland geholt

Die Bundesregierung hat mehrere Kinder inhaftierter Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" aus dem Irak nach Deutschland geholt. Sie wurden zu Verwandten gebracht.

Flagge der IS-Terroristen (Symbolbild)
AFP

Flagge der IS-Terroristen (Symbolbild)


Das Auswärtige Amt berichtet von einer hohen einstelligen Zahl von Minderjährigen: Mehrere Kinder von inhaftierten Mitgliedern der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sind von der Bundesregierung aus dem Irak nach Deutschland gebracht worden. Das geht aus einer Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor.

Die Kinder seien zu Verwandten in der Bundesrepublik gebracht worden. Den Angaben zufolge sitzen derzeit noch acht Deutsche in irakischer Haft, nachdem sie dort als Mitglieder der Dschihadistenmiliz verurteilt worden sind.

Dazu zählt unter anderem Levent Ö. aus Gladbeck, gegen den ein Gericht in Bagdad die Todesstrafe verhängt hatte. Er soll 2013 in das Bürgerkriegsgebiet gereist sein. Sein Fall liegt derzeit bei einem Berufungsgericht in Bagdad. Auch in den meisten anderen Verfahren gegen die deutschen IS-Anhänger gibt es dem Auswärtigen Amt zufolge noch kein rechtskräftiges Urteil.

Inhaftiert ist auch Lamia K. aus Mannheim, deren Todesurteil vor rund einem Jahr in eine lebenslange Freiheitsstrafe umgewandelt worden ist. Ihre Tochter Nadia erhielt in einem Prozess in Bagdad lebenslänglich. In einem irakischen Gefängnis sitzt zudem Linda W. aus Pulsnitz, die zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden ist.

Die Innenminister der G7-Staaten beraten am Freitag in Paris unter anderem über den Umgang mit ausländischen IS-Kämpfern. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums befinden sich derzeit 66 mutmaßliche IS-Angehörige aus Deutschland in Gefangenschaft der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Die Bundesregierung steht ihrer Rückkehr nach Deutschland skeptisch gegenüber.

Im Video: Deutsche IS-Frauen

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als/dpa

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