Islamismus BND sprach heimlich mit Taliban

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat 2005 mehrere Monate lang Geheimgespräche mit den radikalislamischen Taliban geführt. Bei mehreren Treffen wollte der BND sondieren, ob die Taliban bereit seien, sich von der Terrororganisation al-Qaida zu distanzieren.


Hamburg - Im Gegenzug bot der deutsche Geheimdienst nach Informationen des SPIEGEL Hilfe bei zivilen Wiederaufbauprojekten an, etwa dem Bau von Krankenhäusern oder Moscheen. Das Kanzleramt war über die Kontakte unterrichtet.

Bei den Gesprächspartnern, die der BND unter einer Legende nach Europa fliegen ließ, handelte es sich nach Einschätzung der Pullacher Behörde um das "mittlere Management" der Taliban. Die Zusammenkünfte fanden unter anderem in einem Schweizer Luxushotel statt.

Weil die Vertreter der Islamisten nicht nachweisen konnten, dass sie im Namen der Taliban-Führung um Mullah Omar sprachen, brach der BND den Kontakt im Spätsommer 2005 schließlich ab.



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.