Islamist Terrorverdächtiger Sidiqi ist wieder in Deutschland

Der in Afghanistan festgenommene mutmaßliche Hamburger Islamist Ahmad Sidiqi ist zurück in der Bundesrepublik. Er wurde nach SPIEGEL-Informationen aus dem US-Militärgefängnis Bagram an die Bundesanwaltschaft überstellt. Außenminister Westerwelle hatte sich für seine Auslieferung eingesetzt.
US-Gefängnis in Bagram: Der mutmaßliche Islamist Sidiqi wurde ausgeflogen

US-Gefängnis in Bagram: Der mutmaßliche Islamist Sidiqi wurde ausgeflogen

Foto: David Guttenfelder/ AP

Hamburg - Rückkehr aus Bagram: Der von US-Spezialeinheiten in Afghanistan festgenommene Ahmad Sidiqi, 36, ist wieder in Deutschland. Der mutmaßliche Islamist aus Hamburg wurde nach SPIEGEL-Informationen Ende dieser Woche aus dem berüchtigten US-Militärgefängnis zur amerikanischen Basis Ramstein nach Rheinland-Pfalz ausgeflogen und anschließend der Bundesanwaltschaft überstellt.

Sidiqi soll nun ausführlich vernommen werden, bevor er der Hamburger Justiz übergeben wird. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen ihn unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Gegenüber den US-Vernehmern hat er bereits gestanden, an Kämpfen teilgenommen, den Top-Terroristen und Bin-Laden-Vertrauten Scheich Younis al-Mauretani getroffen und von ihm Aufträge erhalten zu haben. Auf seine Aussagen sollen mehrere Terrorwarnungen deutscher Sicherheitsbehörden zurückgehen.

Sidiqi gehört zu der sogenannten "Reisegruppe", die sich im März 2009 von Hamburg aus auf den Weg ins Kampfgebiet nach Pakistan gemacht hatte. Drei aus der Gruppe wurden bereits auf der Anreise festgesetzt, einer wurde offenbar wegen Untauglichkeit zurückgeschickt. Zwei Männer starben bei einem Raketenangriff, zwei weitere, darunter Sidiqi, kamen in US-Gefangenschaft.

Ein 57-jähriger Afghane, der als Vermittler gilt, war gleich nach seiner Ankunft in Pakistan untergetaucht. Damit sind alle Mitglieder der "Reisegruppe" mit ihrem Vorhaben gescheitert, in den Dschihad zu ziehen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte sich mehrmals bei seiner US-Amtskollegin Hillary Clinton für die Rückkehr Sidiqis eingesetzt.

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