Boykottaufruf per Instagram geteilt Ziemiak wirft Teilen von Fridays for Future Hetze gegen Israel vor

Der internationale Kanal von Fridays for Future hat auf Instagram einen Boykottaufruf gegen Israel verbreitet. Mittlerweile ist der Post verschwunden – die Klimaschutzbewegung steht dennoch in der Kritik.
CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak: »Jede Form der Hetze gegen Israel schockiert mich«

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak: »Jede Form der Hetze gegen Israel schockiert mich«

Foto: Kay Nietfeld/ picture alliance/dpa

In Israel eskaliert die Gewalt zwischen Palästinensern und Israelis. Zu dem Konflikt haben sich auch Teile von Fridays for Future positioniert – und auf die palästinensische Seite gestellt. Über den offiziellen Instagram-Account der weltweit aktiven Klimaschutzbewegung wurde dabei auch ein Post geteilt, in dem zum Boykott Israels aufgerufen wurde.

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Der Post ist mittlerweile nicht mehr auf dem Account sichtbar, die Kritik daran hält jedoch an – und wird auch in der deutschen Politik laut. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak wirft Teilen von Fridays for Future Hetze gegen Israel vor. »Jede Form der Hetze gegen Israel  schockiert mich«, schrieb der Politiker auf Twitter. »Gerade für uns Deutsche muss klar sein: Wir stehen an Israels Seite – ganz unabhängig von der eigenen Parteizugehörigkeit!«

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Zuvor hatten sich bereits mehrere deutsche Aktivisten der Klimaschutzbewegung auf Twitter von dem durch den internationalen Instagram-Kanal verbreiteten Boykottaufruf distanziert. Man sehe die BDS-Kampagne als antisemitisch an, Fridays for Future in Deutschland habe jedoch leider »nicht wirklich Einfluss darauf, was die internationale Gruppe macht«, schrieb eine Aktivistin laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland .

Die antiisraelische BDS-Bewegung, deren Name sich aus den zentralen Forderungen »Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen« gegen Israel zusammensetzt, propagiert einen Boykott aller israelischer Waren, Wissenschaftler und Dienstleistungen. Sie wirft Israel vor, palästinensisches Land zu besetzen und zu kolonisieren.

Israel wirft der Bewegung vor, sie sei antisemitisch und gehe einseitig gegen den jüdischen Staat vor. Auch der Bundestag hatte 2019 in einer fraktionsübergreifenden Resolution die BDS-Bewegung verurteilt.

Thunberg teilt Tweet von BDS-Aktivistin

Während einige deutsche Aktivisten sich deutlich von der BDS-Bewegung distanziert haben, teilte Fridays-for-Future-Initiatorin Greta Thunberg einen Tweet der BDS-Unterstützerin Naomi Klein. Auf Twitter gab es daraufhin Vorwürfe gegen die schwedische Klimaaktivistin, sich ausschließlich zu Gewalt israelischer Sicherheitskräfte gegen Palästinenser, nicht aber zu dem massiven Beschuss Israels durch die radikalislamische Hamas zu äußern.

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Thunberg hat mittlerweile auf die Kritik reagiert. Ebenfalls auf Twitter stellte sie nun klar, im Nahostkonflikt nicht Partei gegen Israel zu ergreifen. »Um glasklar zu sein: Ich bin nicht ›gegen‹ Israel oder Palästina«, schrieb die 18-Jährige. »Unnötig zu sagen, dass ich gegen jede Form von Gewalt oder Unterdrückung von irgendjemandem oder irgendeinem Teil bin. Und noch einmal: Es ist niederschmetternd, die Entwicklungen in Israel und Palästina zu verfolgen.«

Allein in der Nacht zu Dienstag hat die Hamas Angaben der israelischen Armee zufolge rund 150 Raketen auf Israel abgefeuert. Am Dienstagnachmittag meldeten israelische Sicherheitskräfte, im Süden des Landes seien zwei Frauen durch Raketenbeschuss getötet worden.

Im Gazastreifen starben bei den Angriffen des Militärs mehrere Personen – nach israelischen Angaben 15 ranghohe Mitglieder militanter Palästinensergruppen, etwa der Miliz »Islamischer Dschihad«. Die palästinensischen Behörden meldeten insgesamt 26 Todesopfer. Wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf örtliche Medien und Augenzeugen berichtet, sollen auch drei Kinder durch israelische Luftangriffe getötet worden sein, weitere sechs durch fehlgeleitete Raketen von Extremisten. Israel äußerte sich zunächst nicht dazu.

Die Lage im Westjordanland und im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems ist seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan angespannt. Viele Palästinenser sind zornig, weil die Polizei Bereiche der Altstadt abgesperrt hatte, um Versammlungen zu verhindern. Zudem drohen einigen palästinensischen Familien im Stadtteil Scheich Dscharrah Wohnungsräumungen durch israelische Behörden. Dies verschärfte die Spannungen.

Die zunehmende Gewalt stößt international auf Kritik, es gibt zahlreiche Appelle zur Deeskalation. Zuletzt hat Vizekanzler Olaf Scholz vor einer weiteren Eskalation in dem Konflikt gewarnt.

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»Dass auf die israelische Bevölkerung mit Raketen geschossen wird, ist nicht zu rechtfertigen«, schrieb der SPD-Politiker auf Twitter. »Ich appelliere dringend an alle Seiten, weitere Opfer zu verhindern. Die Eskalation muss gestoppt werden.«

asc/dpa/AFP
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