"Lieber Genosse" Jan Böhmermann ist jetzt SPD-Mitglied

"Das hält Deutschlands älteste Partei sehr wohl aus": Die SPD hat den TV-Satiriker Jan Böhmermann nun offiziell aufgenommen. Generalsekretär Lars Klingbeil sandte Willkommensgrüße.

Jan Böhmermann: "Herzlich willkommen in der SPD, lieber Genosse @janboehm"
Andreas Rentz/ Getty Images

Jan Böhmermann: "Herzlich willkommen in der SPD, lieber Genosse @janboehm"


Der Fernsehsatiriker Jan Böhmermann ist offiziell SPD-Mitglied. Der Kreisverband Anhalt-Bitterfeld hat am späten Dienstagabend einen entsprechenden Beschluss des Kreisvorstands bekanntgemacht. Damit ist Böhmermann nun Mitglied des Ortsvereins Köthen: Der hatte den Kölner bereits aufgenommen - es bedurfte nach der Bestätigung der Kölner SPD aber auch noch der des Kreisverbands.

In einer Mitteilung wies der Kreisverbandsvorsitzende Ronald Mormann allerdings auch auf Bedenken von Sozialdemokraten gegen die Mitgliedschaft Böhmermanns hin. Hintergrund sind dessen frühere Äußerungen über die SPD. "Aber Satire darf vieles, und das hält Deutschlands älteste Partei sehr wohl aus", sagte Mormann. "Die deutsche Sozialdemokratie hat 156 Jahre lang dafür gekämpft, dass Menschen ihre Meinung frei sagen dürfen." Mormann fügte jedoch auch hinzu: "Aber wir sind eine Partei und keine Satireveranstaltung."

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil begrüßte Böhmermann auf Twitter: "Herzlich willkommen in der SPD, lieber Genosse @janboehm", schrieb er. Und wies dann auf all die mühseligen Aufgaben für SPD-Mitglieder hin: "Jetzt geht's los! Infostände, Hausbesuche, Bürgergespräche, Plakate kleben. Wir freuen uns sehr, dass du jetzt an unserer Seite für eine starke Sozialdemokratie kämpfst!"

Eigentlich hätte Böhmermann an seinem Wohnort Köln Mitglied werden müssen. Nachdem aus dem zuständigen Ortsverband aber ablehnende Stimmen laut geworden waren, erklärte sich die Köthener SPD bereit, ihn aufzunehmen - die Sozialdemokraten in Köln genehmigten dann die dafür erforderliche Ausnahme vom Wohnortprinzip.

Böhmermann hatte ursprünglich angekündigt, SPD-Parteichef werden zu wollen. Anfang September erklärte er dann allerdings seine Niederlage. Am Dienstag kündigte er nun bei Twitter an: Gemäß SPD-Organisationsstatut werde er "gemeinsam mit vier durchgeknallten SPD Ortvereinen" seine Bewerbung für den Vorsitz "offiziell und fristgerecht zum Parteitag einreichen, damit die Delegierten entscheiden können".

Wer tatsächlich SPD-Chef wird, ist noch unklar - ein vom 6. bis 8. Dezember in Berlin geplanter Parteitag soll darüber entscheiden. Derzeit stellen sich sieben Kandidatenduos in Regionalkonferenzen der Parteibasis vor.

aar/dpa

insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
netterscheff 02.10.2019
1. Na dann....
... hat die SPD wenigstens ein Mitglied mit sowas ähnlichem wie einem Format. Ob dieses Format ziehlführend ist oder nicht, spielt bei dieser Partei keine Rolle mehr. Da gehts ja nur noch darum: Hauptsache irgend wie wo was ....
Fuscipes 02.10.2019
2.
Mormann fügte jedoch auch hinzu: "Aber wir sind eine Partei und keine Satireveranstaltung." Hat die SPD doch noch einen Erneuerer gefunden, dass spricht für Jans soziale Ader.
rumans 02.10.2019
3. mit Komiker erhöhen sich die Chancen
den Kanzler zu stellen. Selbstentwürdigung einer Partei. Kellerboden, Bevor sich Deutschland abschafft geht die SPD voran. Leider gibt es genug nicht zur Wahl Gehende aber von der SPD Profitierende zuhauf.
Einer12345 02.10.2019
4.
Damit beweist die SPD einmal mehr, und diesmal sehr eindrücklich, das sie nicht mehr ernst zu nehmen ist. Eine Partei die so viel von sich hält, schon so lange existiert und auch mal ziemlich gut war, hätte sich etwas besser überlegen sollen ob es ihr jetzt gut tut "jeden Komiker" aufzunehmen.
pauerkraut 02.10.2019
5. Welch ein Abstieg
Eigentlich schade das die einstmals bedeutende SPD zu einem Schiess Buden Verein degeneriert. Wenn die FDP die stimmen-und %maessig überholt; dann knallen bei mir die Sektkorken...
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