Verfahren gegen Satiriker Staatsanwaltschaft will Jan Böhmermann anhören

Die Staatsanwaltschaft Mainz plant, Jan Böhmermann anzuhören. Der ZDF-Moderator soll zu seinem Schmähgedicht über den türkischen Staatschef Erdogan Stellung nehmen.
Jan Böhmermann

Jan Böhmermann

Foto: Henning Kaiser/ dpa

Die Ermächtigung der Bundesregierung und das Strafverlangen der türkischen Regierung nach Strafverfolgung von Jan Böhmermann sind am Dienstagvormittag bei der Staatsanwaltschaft Mainz eingegangen. Die Ermittler planen nun, den ZDF-Moderator anzuhören. Gegen Böhmermann wird wegen des Verdachts auf Beleidigung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ermittelt.

"Dem Beschuldigten, für den sich bislang kein Verteidiger bestellt hat, ist rechtliches Gehör zu gewähren", teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller mit . Danach werde voraussichtlich eine Entscheidung getroffen, ob hinreichender Tatverdacht bestehe.

Der Moderator hatte vor knapp vier Wochen mit einem Schmähgedicht in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" über Erdogan viel Wirbel ausgelöst. Damit wollte er nach eigenen Angaben den Unterschied zwischen erlaubter Satire und verbotener Schmähkritik darstellen. Erdogan hatte auch selbst Strafanzeige gestellt. Die Stellungnahme des türkischen Staatschefs ist laut Staatsanwaltschaft noch nicht in Mainz eingetroffen.

syd/dpa
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