Hipster-Kritik Ministerium witzelt über Spahn

Jens Spahn versteht die Klaviatur der medialen Inszenierung: Erst bezeichnet er Großstadt-Hipster als Gefahr. Dann werfen Kritiker dem Staatssekretär Populismus vor. Zum Schluss interpretiert er es um zum Gag. Zwinker, zwinker.

Jens Spahn
DPA

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Junge Menschen, die in deutschen Großstädten nur unter sich bleiben und sich dann noch auf Englisch verständigen - damit kann CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn nichts anfangen. Eine Zumutung sei das, sagte er in einem Gastbeitrag der Wochenzeitung "Die Zeit". "Das ist nicht weltoffen, sondern provinziell", kritisierte der Staatssekretär des Finanzministeriums.

Kritiker werfen ihm Populismus vor. Das eigene Ministerium nimmt die Aussagen dagegen mit Humor - in Form eines Tweets.

"Hallo Hipster, kommt zu unserem Tag der offenen Tür. Jens Spahn würde sich auch freuen. Übrigens: Wir sprechen fließend Englisch und Französisch", heißt es auf dem offiziellen Twitteraccount des Bundesfinanzministeriums. Dazu ein Bild eines Mannes, der sich den langen Hipster-Bart krault. Ein Bild, gegen das Spahn gerade gewettert hatte. Auf Nachfrage sagte eine Sprecherin des Ministeriums, der Tweet sei "augenzwinkernd" zu verstehen.

In dem "Zeit"-Beitrag hatte der Staatssekretär gesagt, es gehe ihm um die Deutschen selbst. "Es ist eine anbiedernde Bereitschaft, vorschnell und ohne Not die eigene Muttersprache hintanzustellen - selbst in Situationen, wo das gar nicht nötig wäre." Das bloße Verwenden einer anderen Sprache sei kein Ausweis von Internationalität, sondern zeuge von "provinzieller Selbstverzwergung".

mho



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