CDU-Politiker Jens Spahn hält Großstadt-Hipster für eine Gefahr

Jens Spahn wittert eine "neue Form der Parallelgesellschaft": Junge Menschen, die unter sich bleiben und sich auf Englisch verständigen. Für das CDU-Präsidiumsmitglied eine Zumutung.
Jens Spahn

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Foto: Volker Hartmann/ Getty Images

Junge Leute aus aller Welt, die sich in deutschen Großstädten auf Englisch verständigen - für den CDU-Politiker Jens Spahn sind sie eine Zumutung. "Elitäre Hipster" nennt er sie in einem Interview  mit der Wochenzeitung " Die Zeit" und beklagt, sie schotteten sich gegenüber den Normalbürgern ab. "Das ist nicht weltoffen, sondern provinziell", sagte der CDU-Politiker.

Mit Englisch sprechenden Menschen scheint Spahn ohnehin ein Problem zu haben. Erst kürzlich beklagte er sich gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung",  in manchen Berliner Restaurants spreche die Bedienung nur noch Englisch: "Auf so eine Schnapsidee käme in Paris sicher niemand". Spahn präsentiert sich gern als "echter" Konservativer und tritt für eine deutsche Leitkultur ein.

In der "Zeit" legt der Staatssekretär für Finanzen nun nach. Es gehe ihm um die Deutschen selbst, sagt er dort: "Es ist eine anbiedernde Bereitschaft, vorschnell und ohne Not die eigene Muttersprache hintanzustellen - selbst in Situationen, wo das gar nicht nötig wäre." Das bloße Verwenden einer anderen Sprache sei kein Ausweis von Internationalität, sondern zeuge von "provinzieller Selbstverzwergung".

Spahn vergleicht das Hipstertum mit der höfischen Kultur des 18. Jahrhunderts, als Adlige in Europa zur Abgrenzung gegen niedere Stände französisch sprachen. Und spricht dann davon, die Verwendung des Englischen in deutschen Großstädten sei "das augenfällige Symptom einer bedauerlichen kulturellen Gleichschaltung".

kae