Zeitungsbericht Spahn plant Prämie für Behandlung durch Hausarzt

Erst Hausarzt, dann Facharzt: Wer strikt diese Reihenfolge einhält, soll eine Prämie kassieren. So will Gesundheitsminister Spahn laut einem Medienbericht die Stellung von Hausärzten im Gesundheitssystem stärken.
Gesundheitsminister Jens Spahn

Gesundheitsminister Jens Spahn

Foto: Gregor Fischer/ dpa

Gesetzlich Versicherte sollen künftig Prämien erhalten, wenn sie sich immer zunächst von ihrem Hausarzt behandeln lassen. Das sehe ein Änderungsantrag zum Termin- und Servicestellengesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf Koalitionskreise.

Im Zuge sogenannter Hausarztverträge können sich Patienten gegenüber ihrer Kasse verpflichten, für ein Jahr lang stets zum selben Hausarzt zu gehen, und nur auf dessen Überweisung hin zum Facharzt.

Union und SPD wollen den Kassen laut dem Bericht nun vorschreiben, in solchen Fällen die Hälfte der dadurch erzielten "Effizienzgewinne" in Form von Prämien an die Mitglieder auszuschütten. So will die Koalition die Stellung von Hausärzten im Gesundheitssystem stärken.

Spahn will mehr Einfluss auf Leistungskatalog der Kassen

Das Bundeskabinett hatte das Terminservice- und Versorgungsgesetz im September verabschiedet - es ist aber noch nicht in Kraft getreten. Es sieht unter anderem vor, dass Ärzte in Zukunft statt 20 mindestens 25 Wochenstunden als Sprechstundenzeiten anbieten müssen. Bestimmte Arztgruppen wie Augen- und Frauenärzte sowie Hals-Nasen-Ohren-Ärzte werden zudem verpflichtet, mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunde ohne Termin anzubieten.

Diese Leistung sollen die Ärzte zusätzlich zu ihrem bisherigen Budget bezahlt bekommen. Vergütet werden soll es nach Spahns Plänen auch, wenn ein Hausarzt seinem Patienten einen Facharzttermin vermittelt. "Gesetzlich Versicherte warten zu oft zu lange auf Arzttermine", sagte Spahn. Das solle zusammen mit den Ärzten geändert werden.

Zuletzt hatte sich Spahn Kritik im Zusammenhang mit der Frage eingehandelt, welche Leistungen die Krankenkassen bezahlen sollten und für welche Patienten selbst aufkommen müssen. Solche Entscheidungen will er künftig beeinflussen. Eigentlich entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kassen und Kliniken weitgehend über den Leistungskatalog der Krankenkassen.

jus/dpa
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