Kurs gegen Corona Spahn schwört Deutsche auf "Monate der Einschränkungen" ein

Die Maßnahmen greifen ab Montag – und sie sind erheblich: Vor der neuen Eskalation im Kampf gegen das Virus findet der Gesundheitsminister klare Worte: Dem Land steht laut Jens Spahn eine harte Zeit bevor.
Jens Spahn (am 30. Oktober): "Ja, ich weiß: Das ist echt hart"

Jens Spahn (am 30. Oktober): "Ja, ich weiß: Das ist echt hart"

Foto: Markus Schreiber / AP

Es wird ein harter November für die meisten Menschen in Deutschland. Das lassen die aktuellen Infektionszahlen und die daraus resultierenden Maßnahmen von Bund und Ländern erwarten. Nun macht auch der Bundesgesundheitsminister noch einmal unmissverständlich klar, welcher Kraftakt auf das Land zukommt.

Unmittelbar vor dem Teil-Shutdown im November hat Jens Spahn die Deutschen auf "Monate der Einschränkungen und des Verzichts" im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie eingeschworen.

Selbst wenn das öffentliche Leben in einigen Wochen wieder hochfahre, könnten danach erneut strenge Beschränkungen drohen. "Niemand kann ausschließen, dass es nicht irgendwann in der Folge wieder dazu kommt", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ZDF-"heute journal". Deutschland befinde sich wegen der Corona-Krise in einer "Jahrhundert-Situation".

Von diesem Montag an müssen bundesweit Gastronomie, Kultur und Freizeiteinrichtungen weitgehend schließen, und zwar für mindestens vier Wochen. Auch für persönliche Treffen gelten deutlich strengere Regeln.

Spahn sagte, der Kampf gegen die Pandemie erfordere im November eine "nationale Kraftanstrengung". Es stehe ein Monat der Entschleunigung an, um Kontakte zu reduzieren und einander vor einer Ansteckung zu schützen. "Ja, ich weiß: Das ist echt hart", sagte er.

Aber angesichts rapide steigender Infektionszahlen gehe es nicht ohne zusätzliche staatliche Maßnahmen. Zu Kritik aus Gastronomie sowie der Kultur- und Hotelbranche sagte er, auch das beste Hygienekonzept reduziere das Risiko eben nicht auf null.

Spahn, selbst an Covid-19 erkrankt, sagte, ihm persönlich gehe es gut; er sei seit Tagen symptomfrei. Er wisse nicht, wo er sich angesteckt habe. So wie er seien Hunderttausende in Deutschland zurzeit in Quarantäne. Er dankte allen, die zu Hause blieben, um andere zu schützen.

Ob die Infektionszahlen nach dem Teil-Shutdown wieder hochgehen, "liegt an uns allen", betonte er. Wenn die Regeln nach dem November auslaufen, heiße das nicht, dass alle wieder feiern könnten.

Fast 300 Millionen Masken sollen in die Pflegebranche gehen

Spahn will laut einem Medienbericht außerdem 290 Millionen Masken aus Bundesbeständen an Pflegeheime und ambulante Pflegedienste schicken. Die Einrichtungen sollen demnach jeweils 1000 hochwertige FFP2-Masken und 2000 einfache OP-Masken erhalten, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag).

Die Masken seien in der ersten Phase der Pandemie angeschafft worden. "Die erfolgreichen Beschaffungsanstrengungen eröffnen Spielräume, die ich nutzen möchte, um Pflegeeinrichtungen gezielt und zusätzlich bei der Versorgung mit Schutzmasken zu unterstützen", zitieren die Zeitungen aus einem Brief von Spahn an die Pflegeeinrichtungen.

jok/dpa