Medienbericht Spahn verkauft offenbar Berliner Villa für 5,3 Millionen Euro

Die Finanzierung einer Villa durch Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn warf viele Fragen auf. Nun hat sich der CDU-Politiker laut einem Bericht von der Immobilie getrennt. Das Anwesen sei nie ein »Rückzugsort« geworden.
CDU-Politiker Spahn: »Ja, wir haben das Haus verkauft«

CDU-Politiker Spahn: »Ja, wir haben das Haus verkauft«

Foto: Jürgen Heinrich / IMAGO

Die frühere Villa des CDU-Politikers Jens Spahn und seines Ehemanns Daniel Funke im Berliner Nobelstadtteil Dahlem hat wohl einen neuen Besitzer. Wie Spahn gegenüber »t-online « mitteilte, habe sich das Paar von der Immobilie getrennt.

»Ja, wir haben das Haus verkauft«, bestätigte Spahn der Nachrichtenseite demnach auf Anfrage. »Aus dem erhofften Rückzugsort ist ein Unruheherd geworden, auch durch eigene Fehler im Umgang damit.« So sei etwa der Kauf während der Coronapandemie »der falsche Zeitpunkt« gewesen.

Mutmaßlicher Verlust von 200.000 Euro

Wie »t-online« unter Berufung auf Verkaufsunterlagen berichtet, veräußerte das Paar die Immobilie mithilfe eines Maklers für 5,3 Millionen Euro. Die Kosten für Kauf, Renovierung und Kaufnebenkosten hätten sich demnach auf 5,5 Millionen Euro belaufen, wonach Spahn und Funke ein Verlust von 200.000 entstanden wäre.

Insbesondere die Kauffinanzierung der Villa hatte Fragen aufgeworfen und den früheren Gesundheitsminister Spahn in Erklärungsnot gebracht. Spahn und Funke hatten die Immobilie im Juli 2020 – wenige Monate nach Ausbruch der Coronapandemie – für 4,125 Millionen Euro erworben.

Fragwürdige Absicherung von Krediten

Für die Summe hatten die Eheleute einen üppigen Kredit der rund 500 Kilometer von Berlin entfernten Sparkasse Westmünsterland erhalten, der sogar über die Kaufsumme hinausging und Nebenkosten einschloss.

Der Deal galt sowohl wegen seiner Höhe als auch wegen Spahns unsicherer Einkommensperspektive als Politiker als ungewöhnlich. Seit dem Ausscheiden der CDU aus der Bundesregierung ist Spahn nicht mehr Minister, sondern Fraktionsvize der Union und einfacher Bundestagsabgeordneter. Spahns Partner Funke ist Lobbyist des Burda-Verlags (»Focus«, »Bunte«).

Als Absicherung für den Kredit hielt unter anderem ein vermeintlich geerbtes Vermögen von Funkes Vater her, das von einer Bank in Österreich verwaltet wurde. Später teilten Spahn und Funke im Zuge einer SPIEGEL-Recherche mit, dass die Geschichte vom stattlichen Erbe des Vaters Unsinn sei (mehr über die fragwürdige Finanzierung lesen Sie hier ).

Wie »t-online« nun berichtet, stemmte das Paar Kauf, Renovierung und sonstige Kosten zu 80 Prozent über Kredite. Der restliche Betrag, etwa eine Million Euro, kam durch den Verkauf einer Wohnung und Aktiengewinne zusammen. Spahn sagte dazu, man habe sich bei dem Kauf finanziell »gestreckt«.

Wie Spahn nun mitteilte, sei die Villa immer wieder auch von Schaulustigen aufgesucht worden, kürzlich sei auch ein Paket mit Fäkalien an die Adresse geschickt worden. Vorerst wohnen Spahn und sein Mann dem Bericht zufolge jedoch weiter in der Villa, der Auszug ist demnach für Mitte des Jahres geplant. »Unser Glück hängt nicht an einem Haus«, teilte der Ex-Minister mit.

fek

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Playlist
Speichern Sie Audioinhalte in Ihrer Playlist, um sie später zu hören oder offline abzuspielen. Zusätzlich können Sie Ihre Playlist über alle Geräte mit der SPIEGEL-App synchronisieren, auf denen Sie mit Ihrem Konto angemeldet sind.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren
Merkliste
Speichern Sie Ihre Lieblingsartikel in der persönlichen Merkliste, um sie später zu lesen und einfach wiederzufinden.
Jetzt anmelden
Sie haben noch kein SPIEGEL-Konto? Jetzt registrieren