Gesetzentwurf im Kabinett Spahn verschärft Verbot von Konversionstherapien

Die "Umpolung" von Homosexuellen soll künftig verboten werden. Gesundheitsminister Spahn hat nun auch Ausnahmen bei Heranwachsenden in seinem Gesetzentwurf gestrichen.
Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister: "Homosexualität ist keine Krankheit"

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister: "Homosexualität ist keine Krankheit"

Foto: DPA/Fabian Sommer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat bei seinen Plänen für ein Verbot sogenannter Konversionstherapien gegen Homosexualität nachgebessert. Das geht aus dem Gesetzentwurf für das Verbot von Konversionstherapien hervor, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vorliegt. Er soll am Mittwoch vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden.

"Wir haben das Verbot noch schärfer gefasst", sagte Spahn dem RND. "Vorher gab es Ausnahmen für Heranwachsende. Das wurde gestrichen, denn gerade in dieser Altersphase finden die meisten Therapieversuche statt. Daher wird auch bei 16- bis 18-Jährigen die Konversionstherapie künftig verboten." Diese angebliche Therapie sei "viel zu gefährlich für Leib und Seele, als dass man Graubereiche zulassen dürfte".

Auch Werbung und Vermittlung sollen verboten werden

Spahn sagte, das Verbot der Konversionstherapie solle im Strafrecht verankert werden. "Verstöße werden wie bei anderen Strafrechts-Delikten auch je nach Schwere der Tat von Ordnungsämtern oder von Polizei und Staatsanwaltschaft verfolgt", so der Minister. "Selbst Werbung, das Anbieten und das Vermitteln von Konversionstherapie soll übrigens verboten sein. Darauf steht dann ein Bußgeld von bis zu 30.000 Euro." Er setze auf den Abschreckungseffekt: "Momentan werden Schätzungen zufolge in Deutschland jedes Jahr bis zu 2000 Konversionstherapien durchgeführt. Das sind 2000 zu viel."

Mit Konversionstherapien sind Methoden gemeint, die das Ziel haben, Homosexualität zu "heilen" . Gesundheitsminister Spahn sagte, mit dem Gesetzesentwurf werde ein gesellschaftliches Zeichen an alle gesetzt, die mit ihrer sexuellen Orientierung haderten. "Homosexualität ist keine Krankheit", so der CDU-Politiker. "Außerdem ist diese so genannte Konversionstherapie eine Gefahr für die Betroffenen. Dadurch entsteht oft schweres körperliches und seelisches Leid." Jeder Arzt, jede Ärztin, der oder die diese Therapie anbiete, müsse sich den Vorwurf der Körperverletzung gefallen lassen.

mfh
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