Gesundheitsminister Spahn will Personalmangel mit ausländischen Pflegekräften lösen

In Deutschlands Pflegeheimen sind 17.000 Stellen unbesetzt. Gesundheitsminister Spahn will andernorts nach Personal suchen.
Jens Spahn (CDU)

Jens Spahn (CDU)

Foto: Adam Berry/ Getty Images

Die Deutschen werden immer älter. Die Lebenserwartung steigt auch dank der guten Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig herrscht aber akuter Personalmangel in Deutschlands Pflegeheimen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will diesem nun auch mit Mitarbeitern aus dem Ausland entgegenwirken.

"Pflegekräfte aus unseren Nachbarländern einzuladen, ist die nächstliegende Option", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". Er verwies dabei auf die in der EU geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit.

Der Minister mahnte zudem eine schnellere Anerkennung von Abschlüssen für Pflegekräfte und Ärzte an. Manchmal seien diese über Monate, teils sogar über Jahre im Land und könnten nicht loslegen, weil das Verfahren zur Anerkennung sich so ziehe. Selbstverständlich müsse die ausländische Qualifikation gleichwertig mit der deutschen sein, das gehöre gründlich geprüft. "Wir sollten aber mit den Bundesländern die Überprüfungen deutlich beschleunigen", sagte Spahn. (Hier lesen Sie, was die GroKo bei Gesundheit und Pflege beschlossen hat.)

Fachkräftemangel und geringer Verdienst

Nach einer Mitte März vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung vorgelegten Studie gibt es derzeit 17.000 offene Stellen in deutschen Pflegeheimen. Gründe seien hauptsächlich der bundesweite Fachkräftemangel sowie die abnehmende Qualität der Bewerber für diesen Beruf. Spahn hatte zu seinem Amtsantritt auch angekündigt, den Pflegeberuf attraktiver zu machen, etwa über eine bessere Bezahlung.

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Wie die "Passauer Neue Presse" unter Berufung auf eine Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion berichtete, waren vergangenes Jahr bundesweit 10.181 Beschäftigte in der Gesundheits- und Krankenpflege, bei Rettungsdiensten und der Geburtshilfe als Leiharbeitskräfte beschäftigt. Im Jahr 2014 waren es demnach 7374 gewesen. Im Bereich der Altenpflege habe es 2017 mehr als 7500 Leiharbeitskräfte gegeben; drei Jahre zuvor seien es 5850 gewesen.

Dem Bericht zufolge verdienen Leiharbeitskräfte deutlich weniger als regulär Beschäftigte. Bei Vollzeit habe deren Bruttolohn in den Bereichen Pflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe Ende 2016 bei 3203 Euro monatlich gelegen - bei Leiharbeitskräften bei 2579 Euro. Der Bruttomonatsverdienst für Vollzeitbeschäftigte in der Altenpflege lag demnach Ende 2016 bei 2436 Euro - bei Leiharbeitskräften im Durchschnitt bei 2131 Euro.

dop/dpa
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