Jens Spahn zu Impfungen AstraZeneca soll ab 18. April in Arztpraxen eingesetzt werden

»Kein großer Schritt, aber ein wichtiger«: Mit dem Start in Hausarztpraxen hofft Gesundheitsminister Spahn auf mehr Tempo der Impfkampagne.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Foto: ANNEGRET HILSE / REUTERS

Nach einem ruckeligen Impfstart in Deutschland beginnen heute die Impfungen in den Hausarztpraxen. Bei einer Pressekonferenz gab Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einen Ausblick auf die Auswirkungen auf die Impfgeschwindigkeit. »Wir werden kommende Woche den nächsten Schritt in dieser Impfkampagne sehen. Das wird noch kein großer Schritt sein, aber ein wichtiger«, sagte Spahn.

13,8 Millionen Dosen Impfstoff seien bis heute verimpft worden. 9,6 Millionen Deutsche hätten ihre Erstimpfung erhalten, sagte Spahn. 35.000 Hausarztpraxen haben demnach Impfdosen für die kommende Woche angefordert. Insgesamt hätten sie 1,4 Millionen Dosen bestellt. Geliefert werden sollen laut der Planungen von Bund und Ländern zunächst 940.000 Dosen. Ende April sollen mehr als drei Millionen Impfdosen in die Praxen gehen können.

In den ersten beiden Wochen werde ausschließlich der Wirkstoff Biontech in den Praxen verimpft. Darauf werde ab 18.4. der Impfstoff von AstraZeneca folgen, dann der von Johnson & Johnson. Spahn betonte noch einmal, die Wirkung des Impfstoffs von AstraZeneca sei sehr hoch. Zuletzt hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) den Impfstoff nur noch für Menschen empfohlen, die älter sind als 60 Jahre. Jüngere können sich nach Absprache mit ihrem Arzt dennoch mit der Vakzine impfen lassen.

Spahn würde sich mit AstraZeneca impfen lassen

Spahn sagte, er würde sich mit dem Impfstoff von AstraZeneca immunisieren lassen. »Ich würde ohne Bedenken und ohne Zögern mich auch mit AstraZeneca impfen lassen«, sagte er. Eine Impfung müsse individuell betrachtet werden. Deswegen verstehe er jeden, der wegen Vorerkrankungen Rücksprache mit dem Arzt halte. »Es gibt Situationen, wo das Thromboserisiko da ist«, sagte Spahn. In diesen Fällen sei es sinnvoll, einen anderen Impfstoff zu nutzen. »Da ich, ohne mich mit einem Arzt intensiv beraten zu haben, dieses Risiko bei mir nicht erkenne, wäre ich persönlich bereit dazu.« Er sei jedoch mit der Impfung noch für eine längere Zeit nicht an der Reihe.

Der Impfstart sei für viele Patienten eine gute Nachricht. Wer aber einen Termin in einem Impfzentrum habe, solle diesen nicht absagen.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, ergänzte, in den Praxen schlummere ein riesiges Potenzial. Er sei zuversichtlich, dass es trotz der anfangs geringen Menge einen guten Start in den Praxen geben werde. Auch in den Praxen werde man AstraZeneca gemäß der Stiko-Empfehlung verimpfen. Mengenmäßig spiele aber Biontech die größte Rolle.

Gabriele Overwiening von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände erklärte, ihr Verband kümmere sich um Logistik und Dokumentation. Die Zahl der Impfdosen würden sukzessive ansteigen und die Verteilung damit auch komplizierter werden.

mfh
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