Hitlerwein-Fotos AfD schließt Berliner Abgeordnete aus

Sie posierte vor Weinflaschen mit Hitler-Etikett und muss jetzt gehen: Die AfD-Abgeordnete Jessica Bießmann wurde aus ihrer Fraktion im Berliner Landesparlament geworfen. Ein Parteiausschlussverfahren läuft bereits.

Berliner Abgeordnetenhaus (Archivbild)
DPA

Berliner Abgeordnetenhaus (Archivbild)


Die AfD-Fraktion im Berliner Landesparlament hat die Abgeordnete Jessica Bießmann ausgeschlossen. Anlass sind kürzlich aufgetauchte Fotos, auf denen Bießmann auf einem Küchentresen vor Weinflaschen mit Hitler-Etikett posiert. Ein Fraktionssprecher teilte den Beschluss mit, ohne weitere Details zu nennen. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden.

Die Abgeordnete hatte die Fotos nach eigenen Angaben vor rund zehn Jahren in einem sozialen Netzwerk gepostet, vor kurzem tauchten sie durch einen Twitter-Nutzer wieder auf. Bießmann bedauerte die Existenz der Fotos. Sie seien in der Wohnung eines damaligen Freundes entstanden. Sie habe die Weinflaschen im Hintergrund nicht bemerkt, so Bießmann.

Weinflaschen mit Hitler-Konterfei und Nazi-Slogans auf dem Etikett werden etwa in Italien frei gehandelt und von dort auch nach Deutschland versandt. Hierzulande ist der gewerbliche Handel derartiger Produkte ebenso verboten wie das Verbreiten und öffentliche Verwenden von Kennzeichen einer Nazi-Organisation.

Mitte Oktober hatte der AfD-Landesvorstand bereits einstimmig ein Parteiausschlussverfahren gegen Bießmann auf den Weg gebracht. AfD-Partei- und Fraktionschef Georg Pazderski nannte die fraglichen Fotos inakzeptabel. Bießmann habe damit der Partei und der Fraktion Schaden zugefügt. Die Fraktion hat nunmehr noch 22 Mitglieder.

sth/dpa



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zuckerfuchs 06.11.2018
1. gepostet?
Spätestens da muss sie die Konterfei auf den Pullen ja gesehen haben. Lach. So eine doofe Ausrede ist mal wieder typisch.
karl-felix 06.11.2018
2. Mal
schauen, ob die AfD die rechtsradikalen und kriminellen Zauberlehrlinge die sie rief wieder los wird. Ich bin da sehr skeptisch. Die hat sich als parlamentarische Plattform für alle Rassisten , Neonazis, Ausländerfeinde Deutschlands angeboten und die nutzen diese Plattform jatzt . Schaun wir mal, wann Gauland und Weidel gewippt werden . Mensch ärgere dich nicht.
Sotnik 07.11.2018
3. Ja, ja, ja...
...alles Einzelfälle. Natürlich! Und ich wette, ohne die laufende Debatte, ob der Verfassungsschutz die AfD künftig beobachten wird oder nicht wäre die Dame noch geachtetes Mitglied ihrer Fraktion...
pirx64 07.11.2018
4.
Das Internet vergisst nichts, deswegen sollte man immer überlegen, was man von sich preisgibt. Zu der Dame : Die üblichen Ausreden, mal war es der Praktikant, mal ist man mit der Maus ausgerutscht, mal war es nicht so gemeint. Jetzt war es halt auch wieder ein anderer.
friedrich_eckard 07.11.2018
5.
Zitat von karl-felixschauen, ob die AfD die rechtsradikalen und kriminellen Zauberlehrlinge die sie rief wieder los wird. Ich bin da sehr skeptisch. Die hat sich als parlamentarische Plattform für alle Rassisten , Neonazis, Ausländerfeinde Deutschlands angeboten und die nutzen diese Plattform jatzt . Schaun wir mal, wann Gauland und Weidel gewippt werden . Mensch ärgere dich nicht.
"Loswerden" kann sie nicht und wird sie nicht - was bliebe denn da noch übrig? Die Abgeordnete dürfte ja auch nicht wegen Rechtsdralls hinausgeschmissen worden sein, sondern wegen erwiesener Dusseligkeit im besonders schweren Fall.
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