Saudi-Arabien-Politik Auswärtiges Amt verärgert über Gauck
Bundespräsident Gauck: Eigene Akzente in der Russland- und Türkei-Politik
Foto: Soeren Stache/ dpaBerlin - Im Auswärtigen Amt herrscht Unmut über die prominente Rolle und die häufigen Auftritte von Bundespräsident Joachim Gauck in der Außenpolitik. In den vergangenen Monaten hatte Gauck mit seinen Äußerungen in der Russlandpolitik wie auch gegenüber der Türkei Akzente gesetzt. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)
Nun jedoch gibt es in Regierungskreisen nach SPIEGEL-Informationen Irritationen über eine auffallende Zurückhaltung Gaucks: Er war vergangene Woche nicht zur Trauerfeier für den verstorbenen saudischen König nach Riad gefahren. Für die Beziehungen mit Saudi-Arabien wäre es "hilfreich" gewesen, wenn der Bundespräsident nach Riad gereist wäre, heißt es.
An seiner Stelle nahm Ex-Präsident Christian Wulff an der Trauerfeier für den verstorbenen Autokraten Abdullah teil. Er überbrachte dem neuen König die Grüße der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Andere Staaten hatten ranghöhere Delegationen nach Saudi-Arabien geschickt: Großbritannien war mit Prinz Charles und David Cameron vertreten, zudem reisten König Felipe VI. aus Spanien, Frankreichs Präsident François Hollande und Russlands Regierungschef Dmitrij Medwedew nach Riad. US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle trafen am Dienstag zum Besuch beim neuen Machthaber Salman ein.
Gauck hatte für seine Absage allerdings einen Grund: Er feierte am Tag der Trauerfeier für Abdullah seinen 75. Geburtstag in Berlin.
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