Bundespräsident Gauck bei Flüchtlingen "Es gibt ein helles Deutschland"

Bundespräsident Gauck hat eine Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Wilmersdorf besucht. Zu Hass von Rechten findet das Staatsoberhaupt klare Worte, spricht von "Dunkeldeutschland". Allen, die sich bei der Integration engagieren, macht er Mut.

Bundespräsident Gauck: Besucht Erstaufnahmeeinrichtung in Berlin
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Bundespräsident Gauck: Besucht Erstaufnahmeeinrichtung in Berlin


Um sich ein Bild von der Lage der Asylbewerber und deren Helfer zu machen, hat Bundespräsident Joachim Gauck nun eine Erstaufnahmeunterkunft in Berlin besucht. In dem ehemaligen Bezirksrathaus leben derzeit mehr als 500 Menschen. Zu den Ausschreitungen vor Flüchtlingsheimen findet das Staatsoberhaupt klare Worte, spricht von "Dunkeldeutschland".

Doch denjenigen, die sich bei der Integration von Flüchtlingen engagieren, macht er Mut. "Es gibt ein helles Deutschland", sagte Gauck. An der Präsenz der hilfsbereiten Menschen könne sich die Bundesrepublik aufrichten. Er lobte die Bereitschaft freiwilliger Helfer, die in ihrer Freizeit ehrenamtlich medizinische Hilfe leisten oder als Übersetzer fungieren. "So können wir dieser Herausforderung gerecht werden", so der Bundespräsident.

Was die Zahl der Flüchtlinge angeht, gebe es so etwas wie einen Notstand, "der aber noch nicht Notstand genannt werden darf", sagte Gauck. Den Zustrom von Hilfsbedürftigen werde Deutschland nicht in einer idealen Situation lösen können, so das Staatsoberhaupt.

Das Engagement vieler Helfer sei beispielhaft. "Das ist das Deutschland, auf das wir uns stützen", sagte Gauck. Und das sei auch die "deutliche Antwort auf Hetzer". "Wir werden denen sagen: Ihr repräsentiert uns nicht." Aufgabe der Politiker sei es zwar, die Ängste der Bevölkerung zu hören. Doch Gauck forderte die Bürger dazu auf, den Politikern auch zuzutrauen, die Herausforderung meistern zu können. "Ich darf daran erinnern, dass Deutschland in schlimmeren Zeiten, als es bettelarm war, viel größere Herausforderungen hatte", sagte Gauck. "Aber das haben diese Leute heute natürlich vergessen."

Merkel besucht Heidenau

Im ersten Halbjahr 2015 kam es laut Bundesinnenministerium zu rund 200 Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte, das sind so viele wie im gesamten Vorjahr. Rechtsextremisten hatten am Wochenende mehrfach in Heidenau Asylbewerber bedroht. Bei Krawallen wurden auch Polizisten angegriffen, die die Unterkunft in einem ehemaligen Baumarkt absicherten.

SPD-Chef Sigmar Gabriel besuchte den Ort bereits am Montag und bezeichnete die Angreifer als "Pack". Kanzlerin Angela Merkel wurde vorgeworfen, zu lange zu den Ausschreitungen geschwiegen zu haben. Sie wird am Mittag vor Ort sein.

In der Diskussion steht auch, wie viele Gelder des Bundes für die Flüchtlingshilfe ausgegeben werden sollen. Bundesbauministerin Barbara Hendricks kündigte an, die Zuschüsse an die Länder für den sozialen Wohnungsbau zu erhöhen. Sie will die Beträge von aktuell jährlich 518 Millionen bis zum Jahr 2019 mindestens verdoppeln. In der Zeitung "Die Welt" kündigte Hendricks an, das Ziel sei es, gerade auch für Flüchtlinge mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Video aus Nauen: "Auch mehr ums eigene Volk kümmern"

SPIEGEL ONLINE
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Weitere Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte
Quelle: Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl / Polizei / eigene Recherchen / dpa
Stand: 7. Januar 2016

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insgesamt 201 Beiträge
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Seite 1
schlaueralsschlau 26.08.2015
1. Wie lange hat
Gauck gebraucht um etwas dazu zu sagen? Mut machen ist völlig daneben. Immerhin kein Gelaber über Freiheit...
jgwmuc 26.08.2015
2.
Nun, Gauck sollte wissen, das man die ex DDR im Westen stets "Dunkeldeutschland " nannte. Aber er, sein Vorgänger der ungeliebte Wulff, nicht zuletzt Merkel haben mit ihren Aussagen " der Islam gehört zu Deutschland" dazu beigetragen den Flüchtlingezusturm (nicht strom) anzufachen. Die Bevölkerung nie mitgenommen und jetzt wundern sie sich. Naivlinge alle drei.
udo.sowade 26.08.2015
3. Herr Gauck und die Freiheit,
hoffentlich gelten diese Maxime auch für Asylsuchende und Kriegsflüchtlinge. Ich wünsche es mir sehr.
Shoxus 26.08.2015
4. Ähm
empfinde ich das nur so oder hat er sich da gewaltig in der "Wortwahl" vergriffen. Bzw. hier sehr 2deutig gesprochen? "Dunkeldeutschland" "Helles Deutschland" ähm ja. In dem ganzen Zusammenhang kann man das auch schnell auf die Hautfarbe beziehen. Wie kann man nur so hirnverbrannt sein.
theanalyzer 26.08.2015
5. Klare Worte!
Klare Worte sind dringend angesagt. So ein primitiver Fremdenhass, den auch ich in Ostdeutschland beobachte, ist unseres Landes nicht würdig und hat nichts mit unserer humanistischen Kultur zu tun. Weg mit dem rechten Pack!
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